WANZ als strategisches Mittel?

... Ausgangslage: Die Bestimmungen des SGB V zum Begriff WANZ werden als bekannt vorausgesetzt. Die Tatsache, dass ein „Vertragsarzt“ an die Bestimmungen des SGB V gebunden ist, ebenfalls. Den Umstand, dass der Begriff „WANZ“ auslegungsfähig ist, ebenfalls. Die bisherigen Ärzteproteste haben zwar eine gewisse Resonanz gefunden, waren aber offensichtlich noch nicht schlagkräftig genug. Aktuelle Regressverfahren und die Honorarentwicklung zeigen beispielsweise die für uns alle noch immer existenzbedrohenden Rahmenbedingungen unserer Arbeit. Streik ist als Mittel des Arbeitskampfes für Freiberufler schwierig und – mangels flächendeckender Solidarisierung u.a. aus ethischen Bedenken – bisher nicht durchzusetzen gewesen, und die eindrucksvollen Streiks der Klinikkollegen haben leider wenig eindrucksvolle Ergebnisse produziert. Es steht nun die Überlegung im Raum, das WANZ-Prinzip als strategisches Mittel des Arbeitskampfes zu nutzen. Das WANZ-Prinzip als strategisches Mittel – soweit ich es verstanden habe – beruht darauf, dass sich jeder Vertragsarzt streng an den Buchstaben des SGB V hält und keinerlei Leistungen veranlasst, die mehr als ausreichend sind. Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit setze ich dabei als gegeben voraus, um überhaupt eine Leistung nach SGB V veranlassen zu können (alles andere wäre IGEL). Maximal ausreichende Leistungen sind darüber hinaus mit wirtschaftlichen Leistungen nach Maßgabe des SGB V gleichzusetzen (oder auch nicht, darüber bin ich mir nicht im Klaren). Hypothese 1: Durch die Missachtung des WANZ-Prinzips tragen die Vertragsärzte dazu bei, das Sachleistungssystem durch Verschleierung der Unterfinanzierung am Leben zu erhalten. Notfalls auf eigene Kosten, indem sie arbeiten, ohne dafür bezahlt zu werden, oder indem sie per Regress die Medikamente ihrer Patienten bezahlen. Auch als Ethikfalle bezeichnet. Hypothese 2: Durch konsequente, flächendeckende Anwendung des WANZ-Prinzips ...

Im Fokus – Fakten und Hintergründe

änd-Umfrage

Kaum Vertrauen in die Reformfähigkeit der Politik

In den nächsten Monaten will die Bundesregierung diverse Reformvorhaben im Gesundheitsbereich umsetzen. Grund genug für den änd, die Niedergelassenen dazu zu befragen, ob sie den Gesundheitspolitikern hilfreiche Reformen überhaupt zutrauen: Rund 1.000 Ärztinnen und Ärzte beteiligten sich an der entsprechenden Erhebung – die ein alarmierendes Stimmungsbild zeigt.

Kolumne

KKZV statt HZV? – Die Not der Zauberlehrlinge

Was hat das geplante Primärarztsystem mit Goethe zu tun - und laufen die derzeitigen Pläne eventuell auf eine "Krankenkassenzentrierte Versorgung" (KKZV) hinaus? änd-Koluminst Dr. Matthias Soyka sorgt sich um das derzeitige politische Lieblingsthema Patientensteuerung.

Reaktion auf Sparvorschläge

KVen denken über härtere HVM-Regeln nach

Während die Politik über Einsparungen im Gesundheitswesen streitet, verlagert sich die Debatte in den Kassenärztlichen Vereinigungen. Der Honorarverteilungsmaßstab entwickelt sich dort zunehmend zu einem Steuerungsinstrument und Druckmittel. Einige KVen denken bereits darüber nach, unbezahlte Leistungen zu begrenzen.

SPD-Fraktionschef

Miersch fordert gesetzlichen Anspruch auf Facharzttermine

Facharzttermine oft erst nach Wochen? Der SPD-Fraktionschef will Schluss damit machen – und setzt dabei auf Druck bei der Ärztevergütung. Eine deutliche Antwort auf seine Vorschläge kommt postwendend von der KBV.

Gesetz zur Anerkennung ausländischer Ärzte

„Wir beenden den Papierwahn“

Die Anerkennung ausländischer Ärzte soll schneller gehen: Ein neues Gesetz setzt auf weniger Bürokratie und schnellere Verfahren. Und hofft, so den Fachkräftemangel zu lindern.

Digitale Gesundheitsanwendungen

Zahl freigeschalteter DiGAs steigt weiter stark an

Im vergangenen Jahr haben deutlich mehr Patienten „Apps auf Rezept“ genutzt als im Vorjahr. Der Interessenverband der DiGA-Hersteller drängt dennoch auf einen einfacheren Zugang zu den Anwendungen – und schlägt auch eine bessere Vergütung ärztlicher Leistungen vor.

DEGAM-Vize Roos:

„Digitale Ersteinschätzung muss in ein Versorgungssystem eingebettet sein“

Patientensteuerung allein durch eine Ersteinschätzungs-App? Das ist aus Sicht des DEGAM-Vize Professor Marco Roos ein Holzweg. Im Interview mit dem änd fordert er ein Gesamtkonzept für Primärversorgung, das digitale Ersteinschätzung mit Versorgungspfaden und einer Vergütungsreform verknüpft.

Ersteinschätzung

Ist SmED fit für die Primärversorgung?

Eine strukturierte Ersteinschätzung soll nach aktuellem Stand das Kernelement der Primärversorgung werden. Dabei ist immer wieder die Rede vom Ausbau der 116117, die mit SmED arbeitet. Doch was kann SmED, wie passt es in die Arztpraxis, und wo wird es die Hoffnungen der Politik enttäuschen? Der änd hat sich das Tool angesehen.

SpiFa-Fachärztetag

„Der EBM ist eine Rabattgebührenordnung“

Bremst der EBM Innovationen aus? Auf dem SpiFa-Fachärztetag in Berlin wurde genau darüber gestritten. Im Kern geht es um die Frage, ob das GKV-Vergütungssystem Fortschritt ermöglicht oder systematisch behindert.

PKV

Neue GOÄ kommt Anfang 2028

Die neue Gebührenordnung für Ärzte wird nach Einschätzung der Privaten Krankenversicherung zum 1. Januar 2028 in Kraft treten. PKV-Direktor Florian Reuther sieht das Gesundheitsministerium auf Kurs und verbindet mit der Reform vor allem bessere Voraussetzungen für Innovationen.

Hausärzteverband

„Zeit, dass die Kassen den Rotstift bei sich selbst ansetzen“

Etwas mehr als 90 gesetzliche Krankenkassen gibt es in Deutschland. Diese Zahl stellt Hausärzte-Chef Markus Blumenthal-Beier wegen des Kostendrucks im Gesundheitssystem infrage.

Neuanfang im Ausland

„Viele wollen einfach wieder Arzt sein dürfen“

Jedes Jahr entscheiden sich mehr als 600 deutsche Ärztinnen und Ärzte für einen Wechsel in die Schweiz. Der Berater Martin Werner von DocsGoSwiss begleitet diesen Schritt seit mehreren Jahren. Im änd-Interview erklärt er, warum sich viele Niedergelassene nach einem anderen Arbeitsalltag sehnen – und was sie beim Neustart häufig unterschätzen.

KI-gestützte Anwendungen

Wie Praxispersonal KI-kompetent wird

Wenn KI-gestützte Anwendungen in Arztpraxen eingesetzt werden, muss das Personal über bestimmte KI-Kompetenzen verfügen. Welche das sind, wie man sie erwirbt und was passieren kann, wenn man die Anforderungen ignoriert, erklärt Medizinrechtlerin Rebecca Mohr im Interview.

KBV-Zahlen

Durchschnittsalter der Niedergelassenen bei über 54 Jahren

In den Praxen arbeiten immer mehr Ärztinnen und Ärzte – allerdings immer mehr nur in Teilzeit. Und: In den kommenden 20 Jahren werden 25.000 in Vollzeit tätige Ärztinnen und Ärzte altersbedingt ausscheiden.

Notfallreform

KV und AOK warnen vor starrem 24/7-Bereitschaftsdienst

Die geplante Pflicht zu einem flächendeckenden aufsuchenden Bereitschaftsdienst rund um die Uhr stößt in Bayern auf Kritik. Kassenärztliche Vereinigung und AOK plädieren für mehr regionale Flexibilität in der Notfallversorgung.

PwC-Healthcare-Barometer

Deutsche immer unzufriedener mit der ambulanten Versorgung

Immer weniger Bürgerinnen und Bürger sind mit der ärztlichen Versorgung zufrieden. Laut PwC-Healthcare-Barometer kritisieren viele vor allem zu wenig Zeit im Arzt-Patienten-Gespräch. Zugleich wächst die Sorge um die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems.

Warken

„Zusatzbeitrag mindestens stabil halten“

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will verhindern, dass die Zusatzbeiträge der GKV weiter steigen. Einsparungen sollen alle Bereiche des Gesundheitssystems betreffen – auch die Pharmaindustrie. Reformen soll es auch bei den Wirtschaftlichkeitsprüfungen geben.

Umgang mit Patientendaten

Datenschutzbeauftragte kritisiert Verhalten auf Social Media

Um ihre Leistungen zu vermarkten, nutzen Pflegekräfte, Ärzte und Therapeuten immer häufiger soziale Medien. Dabei begehen sie zunehmend Datenschutzverstöße, kritisiert die Landesbeauftragte in NRW.

Zahlen für 2025

MFA beliebteste Ausbildung bei Frauen

„Medizinische Fachangestellte“ war 2025 bei Frauen der beliebteste Ausbildungsberuf, zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Auch bei Männern ist das Interesse an dieser Ausbildung gestiegen.

116117 im Jahr 2025

Zi: Hohe Vermittlungsquote, kurze Wartezeiten

1,84 Millionen erfolgreich vermittelte Termine, im Schnitt 8,6 Tage Wartezeit, über 90 Prozent innerhalb von vier Wochen – aktuelle Daten aus dem 116117-Terminservice zeichnen ein anderes Bild als die hitzige Debatte um Wartezeiten auf Facharzttermine. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) warnt zugleich: Wer an den Vergütungsanreizen rüttelt, riskiert längere Wartezeiten in den Praxen.

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