„Bedarf lässt sich nicht vorhersagen“
Das Paul-Ehrlich-Institut drängt die Praxen, frühzeitig den Impfstoff für die nächste Grippesaison zu bestellen. Die Hausärzteschaft hält das für realitätsfern und sieht die Verantwortung an anderer Stelle.
Das Paul-Ehrlich-Institut drängt die Praxen, frühzeitig den Impfstoff für die nächste Grippesaison zu bestellen. Die Hausärzteschaft hält das für realitätsfern und sieht die Verantwortung an anderer Stelle.
Der Hartmannbund trauert um seinen ehemaligen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Dr. Hans-Jürgen Thomas. Er habe über Jahrzehnte für die Freiberuflichkeit des Arztberufs und die Verbindung von Praxis und Politik gestanden.
Der Anfang November versendete Rote-Hand-Brief zur „Phenhydan Injektionslösung“ wurde aktualisiert. Darauf weist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hin. Ein Partikelfilter ist bereits beim Aufziehen der Lösung notwendig.
Aromatisierte und nikotinhaltige Zahnstocher entwickeln sich offenbar zu einem neuen Trend unter Jugendlichen. Die unscheinbaren Holzstäbchen werden zunehmend als Alternative zu Zigaretten, E-Zigaretten oder Snus genutzt – mit teils erheblichen Gesundheitsrisiken.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kündigt Klage gegen die Absenkung psychotherapeutischer Honorare an. Unterstützung kommt von den Psychotherapeuten. Der Konflikt spitzt sich weiter zu.
Ein bekanntes Antibiotikum könnte in optimierter Form deutlich wirksamer werden. Modifizierte Metronidazol-Derivate zeigen in präklinischen Studien eine erhöhte Aktivität gegen Helicobacter pylori – und liefern neue Einblicke in den Wirkmechanismus.
Die britische Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) untersucht weiterhin einen Ausbruch der Meningokokken in der Grafschaft Kent. Nach aktuellem Stand (17. März, 17 Uhr) wurden neun Fälle laborbestätigt, elf weitere Verdachtsfälle werden geprüft.
Schilddrüsenknoten sind weit verbreitet und stellen die Medizin zunehmend vor ein Dilemma: Während hochauflösender Ultraschall bei bis zu der Hälfte der Erwachsenen Knoten nachweist, ist die Zahl diagnostizierter Schilddrüsenkarzinome in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Liegt eine Überdiagnostik vor?
Viele Krankenhäuser befinden sich in finanzieller Schieflage. DKG-Chef Gaß hofft auf mehr Geld - nicht nur von der Politik.
Am 23. März wollen Apothekenteams in ganz Deutschland mit Schließungen und Demonstrationen gegen ihre wirtschaftliche Lage protestieren. Sie fordern eine sofortige Erhöhung des Apothekenhonorars und warnen vor weiteren Apothekenschließungen.
Die Vertreterversammlung der KV Thüringen geht auf Konfrontationskurs zur Gesundheitspolitik des Bundes. Sie fordert ein Ende der geplanten Honorarkürzung für Psychotherapeuten und warnt zugleich vor einem Rückbau zentraler Regelungen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes.
Reine Meinungskundgebungen sind auch im Umkreis von 100 Metern um eine gynäkologische Praxis erlaubt. Ein Versammlungsverbot sei rechtswidrig, urteilte das Verwaltungsgericht Aachen.
Bei einer Diskussionsrunde in Berlin ging es darum, wie Ärzte von KI-gestützten Anwendungen profitieren können, welche Herausforderungen beim Einsatz bestehen – und was sich in puncto Haftung ändern sollte.
Im Zusammenhang mit der Anwendung von Colecalciferol (Vitamin D3)/Fluorid wurde ein Todesfall durch Aspiration gemeldet. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) weist in einem aktuellen Schreiben auf die sichere Anwendung der Tabletten bei Säuglingen und Kleinkindern hin.
Drohende Regresse im Zusammenhang mit der Verordnung von Prostatakrebs-Medikamenten setzen niedergelassenen Urologinnen und Urologen weiter zu. Die Uro-GmbH Nordrhein spricht von möglichen Strafzahlungen von bis zu 40.000 Euro pro Fall. Den involvierten Krankenkassen wirft sie „aggressive Methoden“ vor. Die Pronova BKK wehrt sich gegen die Kritik.
Ein junger Mann leidet an einer tödlichen Muskelerkrankung. Im Streit mit seiner Krankenkasse um die Übernahme für Arzneimittelkosten hat nun das Bundesverfassungsgericht gesprochen.
Lebensstilfaktoren gewinnen für die männliche Fertilität und Sexualfunktion zunehmend an Bedeutung, während gleichzeitig vor vorschnellen hormonellen Eingriffen gewarnt wird. Drei Kongressbeiträge zeigten, wie eng Bewegung, Stoffwechsel und Hormone miteinander verknüpft sind – und wo die Grenzen aktueller Therapien liegen.
Immer mehr Ärztinnen und Ärzte geraten an ihre Grenzen. Doch weder mehr Freizeit noch idealisierte Sinnsuche lösen das Problem. Eine neue Perspektive zeigt, dass echtes Wohlbefinden erst entsteht, wenn Entlastung und Sinn zusammenspielen.
Gebissen, geschlagen, beleidigt: Um Mitarbeiter der Notaufnahme besser zu schützen, testet eine Klinik in Dortmund nun Bodycams. Die ersten Erfahrungen sind positiv - doch Experten sind skeptisch.
Chronische, nicht abheilende Hautulzera nach Fernreisen werden oft als bakterielle Infektionen fehlgedeutet und antibiotisch behandelt. So ging es auch einem jungen Mann, der sich nach mehreren Wochen im Amazonasgebiet erst bei seinem Hausarzt und schließlich in einer Klinik vorstellte - mit einem „kutanen Chamäleon“.
Lässt sich mithilfe einer Abwasserüberwachung das Darmkrebs-Screening gezielter und kosteneffizienter gestalten? Eine Studie aus den USA legt das nahe. Dem Forschungsteam war es gelungen einen Darmkrebsmarker im Abwasser zu detektieren.
Um die GKV-Finanzen zu stabilisieren, brauche es Strukturreformen, meint der Verwaltungsrat der Barmer. In einem ersten Schritt müssten allerdings „alle Leistungserbringer ihren Beitrag leisten“.
Kognitive Beschwerden wie „brain fog“ gehören für viele Frauen zur Menopause. Doch spiegeln sich diese subjektiven Einschränkungen tatsächlich in messbaren kognitiven Defiziten wider? Eine große populationsbasierte Studie ging dieser Frage nun nach.
Am heutigen Mittwoch wird im Bundesgesundheitsministerium (BMG) der Fachdialog zur Primärversorgung fortgesetzt. Diskutiert wird unter anderem, wie Haus- und Fachärzte zusammenarbeiten, wer (Haus-)ärzte entlasten kann und ob größere Praxisstrukturen nötig sind. Virchowbund-Chef Heinrich spricht von sehr konstruktiven Gesprächen mit einem breiten Grundkonsens.
Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Hoch kritisiert die Absenkung psychotherapeutischer Honorare - und kündigt ein „länderübergreifendes Vorgehen“ an. Zwei Verbände fordern unterdessen das BMG auf, den Honorarbeschluss zu beanstanden.
Rassistische Erfahrungen im Gesundheitswesen sind kein Einzelfall, zeigt eine Studie der Universität Witten/Herdecke. Die Forschenden fordern verpflichtende Antirassismus-Trainings für alle Gesundheitsberufe.
Laute Musik gilt im Fitnesskurs als Motivationsfaktor, kann aber das Gehör schädigen. Eine aktuelle Studie zeigt: Weniger Dezibel reichen aus, ohne die Wirkung des Trainings einzuschränken.
Bisher brauchten Hebammen aus dem Ausland eine Anerkennung ihrer Ausbildung, um im Saarland zu arbeiten. Künftig soll es auch ohne gehen - vorübergehend jedenfalls.
Nach ChatGPT und Anthropic bringt auch Microsoft mit „Copilot Health“ einen KI-gestützten Gesundheitsassistenten an den Start. Perspektivisch soll der Dienst zur einer „Medical Superintelligence“ ausgebaut werden.
Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt erstmals nach der Corona-Pandemie wieder zu. Das geht aus dem „Deutschen Schulbarometer“ hervor. Der Studie zufolge fühlt sich ein Viertel der Schüler „überdurchschnittlich stark psychisch belastet“.
Allergische Rhinitis und chronische Rhinosinusitis zählen zu den häufigsten entzündlichen Erkrankungen der oberen Atemwege. Eine aktuelle Querschnittsanalyse untersucht nun einen bislang wenig beachteten Risikofaktor: sedentäres Verhalten.
Die schriftlichen Befunde nach einer Polypektomie werden immer differenzierter. Was früher ein kurzer Befund war, ist inzwischen oft ein umfassender Bericht über die Biologie der Läsion. Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.v. hat Prof. Jens Neumann aus Nürnberg befragt, welche Befunde beim sogenannten Polypenmanagement eigentlich erhoben werden.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sein neues rot-schwarzes Kabinett ernannt. René Wilke ist der neue Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Der Plan, Apotheken künftig stärker in die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzubinden, stößt bei ärztlichen Berufsverbänden auf Skepsis. Sie warnen vor einer Irreführung der Patientinnen und Patienten und richten einen Appell ans BMG.
Die Gesundheit von Männern vor der Empfängnis spielt eine größere Rolle für Schwangerschaft und kindliche Entwicklung als bislang angenommen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt, dass väterliche Lebensverläufe biologische, verhaltensbezogene und soziale Effekte entfalten können – und plädiert für ein Umdenken in Forschung und Versorgung.
Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist gelaufen. MEDI-Chef Dr. Norbert Smetak spricht mit dem änd darüber, wie er das Wahlergebnis einordnet, welche Erwartungen die Ärzteschaft an die Politik richtet – und warum gerade jetzt Tempo und Verbindlichkeit bei Reformen gefragt sind.
Die Lungenfibrose hat viele verschiedenen Ursachen und geht mit einer schlechten Prognose einher. Ein bekanntes Medikament, das für die Behandlung der pulmonalen Hypertonie zugelassen ist, könnte die Therapie der Erkrankung nun deutlich verbessern - das haben Forschende der LMU München herausgefunden.
Bei Kleinkindern mit atopischer Dermatitis sind langfristig verträgliche, steroidfreie Therapieoptionen gefragt. Eine Phase-3-Extensionsstudie untersuchte über bis zu 56 Wochen hinweg Sicherheit und Wirksamkeit einer topischen Behandlung mit Roflumilast und liefert damit wichtige Hinweise für die pädiatrische Versorgung.
Die Betriebskrankenkassen haben am Dienstag auf ihrer Mitgliederversammlung einen „strukturellen Neustart des Systems“ gefordert – und einen Forderungskatalog veröffentlicht. Gerade auch im ambulanten Bereich seien Kurskorrekturen nötig, heißt es.
Praxisverwaltungssysteme sind das digitale Herz jeder Arztpraxis – doch ausgerechnet hier sieht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dringenden Nachholbedarf. Penetrationstests zeigen: Durch die Kombination mehrerer Schwachstellen könnten Angriffe aus dem Internet möglich werden.
Vertreter einiger Gesundheitsfachberufe haben sich mit einem offenen Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken gewandt und eine stärkere Beteiligung am laufenden Fachdialog zur Primärversorgung eingefordert.
Primärversorgung sollte vor dem bundesweiten Rollout in einem Bundesland getestet werden. Das schlägt MB-Chefin Dr. Susanne Johna vor. Gemeinsam mit Gematik-Vorständin Brenda Adjei und TK-Vize Thomas Ballast formulierte sie am Dienstag zentrale Innovationsfaktoren für das Gesundheitssystem.
Die AOK NordWest hat in den vergangenen zwei Jahren rund 7,5 Millionen Euro aus Betrugsfällen im Gesundheitswesen zurückgefordert. Die Zahl der Ermittlungsfälle ist deutlich gestiegen, der Anteil ärztlicher Leistungen an den Rückforderungen bleibt jedoch gering.
Ob Männer vor einem PSA-Test auf Sex verzichten sollten, war bislang umstritten. Eine aktuelle Auswertung der Bavarian Men’s Health Study liefert nun robuste Daten und spricht eine klare Empfehlung aus.
Ärzte sollten ihre Bestellungen für Grippeimpfstoffe der Saison 2026/27 bis Ende März abgeben. Dazu hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aufgerufen. Hintergrund sei, dass die bislang vorbestellten Mengen deutlich unter dem ermittelten Bedarf lägen.
In Sachsen gibt es immer weniger Ärztinnen und Ärzte, die selbstständig in eigener Praxis arbeiten. Das zeigt eine aktuelle Statistik der dortigen Ärztekammer. Deren Präsident äußert eine Sorge.
Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Prof. Louisa Specht-Riemenschneider, will ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen. Sie kündigte an, bis zur Regelung der Nachfolge im Amt zu bleiben, um einen geordneten Übergang sicherzustellen.
Der Großteil der Versicherten kann künftig ein neues Verfahren nutzen, um Zugang zur elektronischen Patientenakte und weiteren digitalen Anwendungen zu erhalten.
Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) zur Behandlung der Kalkschulter sollte nach Ansicht der Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DGUM) künftig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Das fordern Fachleute in einer Pressekonferenz und legen ihre Argumente dar.
Hand aufs Herz: Ohne (Grund-)Vertrauen geht es nicht, weder in der Forschung noch in der Politik oder im (Berufs-)Alltag. Eine Studie aus Norwegen wollte daher wissen, wie Teilnehmer die Ehrlichkeit anderer einschätzen. Die zentrale Frage: Glauben Menschen, dass andere ähnlich, ehrlicher oder unehrlicher sind als sie selbst?