KI und Digitalisierung

Viel Lob für Hightech-Praxis

Hoher Besuch bei den Hausärzten am Spritzenhaus im beschaulichen Baiersbronn im Schwarzwald: Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha machte im Rahmen seiner Sommertour Station in der Praxis. Vom Self-Check-in-Terminal über die Patienten-App bis hin zur modernen Teampraxis – die Gemeinschaftspraxis gilt als zukunftsweisend in puncto Digitalisierung, KI und Arbeitskultur. Bereits 2022 wurde sie vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet.

©abasoft/ Alex Eteridou Prof. Dr. Wolfgang von Meißner und Manfred Lucha vor dem Self-Check-In-Terminal

Es ist eine Praxis mit Schwarzwaldcharme: Waldtapeten zieren die Wände, stylische Sitzschalen sind auf echten Baumstämmen mit Rinde montiert und durch bodentiefe Fenster blickt man auf die hügelige Landschaft. Die Gemeinschaftspraxis rund um Hausarzt und Gesellschafter Prof. Dr. Wolfgang von Meißner möchte mit seinen Kolleginnen und Kollegen aber nicht nur für Wohlfühlatmosphäre sorgen, sondern vor allem auch Vorbildpraxis und Zukunftsmodell für moderne Arbeitskultur sein und zeigen, wie Digitalisierung und KI in der ambulanten Versorgung funktionieren können. Von Meißner ist zudem als kooptiertes Vorstands-Mitglied im baden-württembergischen Hausärzteverband für die Digitalisierung zuständig.

Land Baden-Württemberg fördert Patienten-App

Seit rund sechs Wochen arbeitet die Praxis mit einer eigenen Patienten-App, um das Praxismanagement digitaler zu gestalten und zu entlasten. Das baden-württembergische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration fördert das neu eingeführte Tool. Auch aus diesem Grund besuchte Gesundheitsminister Manfred Lucha am Donnerstag die Hausärzte am Spritzenhaus auf seiner Sommertour. „Wir müssen uns bewusst machen, dass KI und Digitalisierung Instrumente sind, die Sie einsetzen, trainieren und steuern, um am Ende dem eigentlichen Sinn ihrer Arbeit gerecht zu werden – für die Patienten, für das Gemeinwohl und auch für den Erhalt ihrer persönlichen Arbeitsfähigkeit“, sagte Lucha. Deutschland hinke bei der Digitalisierung und KI zwar hinterher, aber Baden-Württemberg sei vorne mit dabei, so der Minister. „Baden-Württemberg hat beim europäischen KI-Gesetz mitgemacht. Im europäischen und nationalen Gesundheitsdatennutzungsgesetz sehen sie unsere baden-württembergische Handschrift“, betonte Lucha.

Neben Lucha waren unter anderem auch der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Wolfgang Miller, der Baiersbronner Bürgermeister Michael Ruf, die CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schindele, der Landrat des Landkreises Freudenstadt, Dr. Klaus Rückert, die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Baden-Württemberg, Dr. Susanne Bublitz, der AOK-Geschäftsführer Nordschwarzwald Claus Bannert sowie einige Vertretende der Kassen und Ärzteverbände vor Ort.

Patientinnen und Patienten checken am Terminal ein

Nach weiteren Begrüßungsreden startete der Praxisrundgang mit der Präsentation der neuesten digitalen Innovation der Hausärzte am Spritzenhaus: das Self-Check-in-Terminal. Das neue Tool, das der baden-württembergische PVS-Anbieter abasoft entwickelt hat, kommt in Baiersbronn seit einer Woche zum ersten Mal in einer Praxis zum Einsatz.

©abasoft /Alex Eteridou Minister auf Sommertour: Gruppenfoto auf der Terrasse der Praxis.

Patientinnen und Patienten können über das Terminal wie auf einem Flughafen mit ihrer Krankenkassenkarte in der Praxis einchecken. Nach dem Versichertenstammdatenabgleich prüft das System laut Anbieter, ob die Patientin oder der Patient einen Termin hat. Medikationspläne, Arzt- oder Entlassungsbriefe werden am Terminal eingescannt und die Daten direkt in die Patientenkartei und somit in das PVS-System eingespeist. Auch Datenschutzerklärungen können am Terminal zugestimmt werden. „Danach prüft unser System, ob der Patient schon in die Hausarztzentrierte Versorgung eingeschrieben ist. Wenn nicht, wird dem Patienten die Möglichkeit geboten, sich direkt am Terminal in die HZV einzuschreiben. Wir haben diese Funktion gemeinsam mit der AOK als Pilotprojekt aufgenommen. Den HZV-Vertrag bekommen die Patienten später in gedruckter Form ausgehändigt“, erklärte von Meißner.

Digitale Tools sollen Praxisteams entlasten

Im Anschluss kann die Patientin oder der Patient über das Terminal noch ein Foto für die Patientenakte machen. Danach wird die Karte entnommen und das System weist die Patienten ins Wartezimmer. „Parallel wird der Versicherungsschein angelegt und der Patient in das virtuelle Wartezimmer gesetzt. Dann sehen alle Praxismitarbeiter, dass das Check-in am Terminal funktioniert hat“, ergänzte von Meißner. Das neue Terminal ersetze keine MFA, sondern solle das Praxisteam entlasten. In den ersten Wochen hätten bereits rund 30 Prozent der Patientinnen und Patienten das digitale Check-in genutzt. Im nächsten Schritt soll das System über Bewegungsmelder erkennen, welche Sprechzimmer frei sind. Lucha betonte, dass auch ältere Menschen problemlos mit digitalen Lösungen zurechtkommen. Es sei ein Vorurteil, dass Digitalisierung nur etwas für Jüngere sei. Aber die Benutzerfreundlichkeit sei natürlich wichtig.

Vom Self-Check-In-Terminal ging es weiter zur Vorstellung der neuen Patienten-App namens Automedic. „Bereits jetzt nutzen schon ein Drittel der Patienten Automedic“, berichtete von Meißner. Das digitale Tool wurde gemeinsam mit den Hausärzten vom Spritzenhaus, der Firma MediTech und dem PSV-Anbieter abasoft als Partner entwickelt. Von Meißner und ein weiterer Gesellschafter der Praxis sind auch Gesellschafter der Firma MediTech. Die App soll den digitalen Medikationsbestellprozess unterstützen. Dabei synchronisiert sie sich mit der Praxissoftware und ermöglicht es Patientinnen und Patienten, ihre Medikationspläne einzusehen und elektronische Rezeptbestellungen über die App durchzuführen. „Falls das für ältere Patienten nicht möglich ist, können auch Familienmitglieder eine Berechtigung erhalten, um zu unterstützen“, erklärte von Meißner.

Patienten-App als KI-Tool

Über die App kann auch mit der Praxis über Chats kommuniziert werden, zudem sind Terminbuchungen möglich. Automedic soll aber vor allem als KI-Tool weiterentwickelt werden. „Unser KI-Chatbot steht kurz vor dem Rollout. Wenn ein Patient beispielsweise einen Impftermin über den Chat absagt, erkennt das System künftig den Termin und ruft ihn zur Stornierung auf“, erklärte von Meißner.

Aber auch Zusammenfassungen von Arzt-Patienten-Gesprächen sollen künftig mithilfe von KI den Patientinnen und Patienten über die App zur Verfügung gestellt werden. „Viele Patienten wissen schon am Ausgang der Praxis nicht mehr, was wir besprochen haben. Sie können das dann über die App noch einmal zusammenfassend nachlesen. Die Inhalte müssen aber von den Praxisteams geprüft werden, bevor sie an die Patienten gehen. Irgendwann werden wir der KI immer mehr vertrauen können“, so von Meißner.

Auch Susanne Bublitz vom Hausarztverband betonte die wichtige Rolle, die KI künftig in den Praxen übernehmen sollte: „Wir brauchen auch die Automatisierung von Arztbriefen. Bei 90 Prozent der Briefe, die ich erhalte, steht nichts Neues drin. Da geht es um einen stabilen Befund. Und trotzdem muss ich alles lesen, um die zehn Prozent herauszufiltern, die auffällig sind. Wir brauchen künftig eine KI, die das für uns übernimmt und uns gezielt die Fälle zuspielt, die wir bearbeiten müssen. Auch Patienten- und Gesundheitsaufklärungen sollten mit KI-Unterstützung über die Patienten-App erfolgen können, um das Tool künftig auch telemedizinisch zu nutzen. „90 Prozent der Diagnose ist Anamnese, den Rest untersuchen wir“, so Bublitz.

Telemedizin immer wichtiger in der Versorgung

Für Minister Lucha nehmen digitale telemedizinische Lösungen für Beratungen und Behandlungen eine wichtige Rolle in den Versorgungsprozessen ein. Er betonte, dass digitale Tools wie die Patienten-App künftig auch für den KV-Bereitschaftsdienst und die Krankenhäuser nutzbar sein müssen, um belastbare und nachvollziehbare Ersteinschätzungen generieren zu können.

©Reiners/ änd Teampraxis mit Prof. Dr. Wolfgang von Meißner, Medizin-Studierende und Praktikantin Hanna Schneider, Manfred Lucha, angehende PAs Silke Teufel und Sebastian Günther.

Neben der Digitalisierung haben die Ärzte am Spritzenhaus auch eine neue Arbeitskultur geschaffen. Durch die Delegation ärztlicher Tätigkeiten soll die Ärzteschaft entlastet werden. Zehn Ärztinnen und Ärzte arbeiten in der Praxis, davon sind fünf auch als Gesellschafter an der Gemeinschaftspraxis beteiligt. Das Praxisteam wird durch 18 MFA, neun VERAH und zwei angehende Physician Assistants (PA) unterstützt.

Physician Assistants übernehmen kleine chirurgische Eingriffe

Von Meißner, der auch als Professor an der EUFH - Hochschule für Gesundheit, Soziales und Pädagogik in Köln Physician Assistants ausbildet, ist überzeugt von modernen Teampraxen. Dabei müssen die Diagnosen aber immer vom Arzt gestellt werden, auch wenn die PA durchaus sonografische und kleine chirurgische Aufgaben in der Praxis übernehme. Letzteres sorgte in den vergangenen Wochen immer wieder zu Diskussionen innerhalb der Ärzteschaft. Vor allem in der klassischen Akutversorgung, aber auch in der Lebensstilberatung und Prävention sei laut von Meißner die Unterstützung durch PA sehr entlastend für die Ärzteschaft.

Bublitz betonte, dass Teampraxen auch ein wichtiger Bestandteil des neuen hausärztlichen Versorgungskonzepts HÄPPI (Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell) sei, dass der baden-württembergische Hausärzteverband aktuell in einer Pilotphase testet. „Wir kommen aus einer Zeit, in der es sehr viele Ärzte gab. Jetzt erleben wir das Gegenteil, müssen uns ehrlich machen und andere mit in unser Team hineinnehmen wie beispielsweise die Physician Assistants und alle anderen Mitarbeitenden mit akademischem Hintergrund, die uns Arbeit abnehmen können“, so Bublitz.

Lucha spricht sich für Verantwortungsgemeinschaften aus

Auch für Lucha ist klar: „Jeder, der schon einmal auf einer Intensivstation oder in einem OP gearbeitet hat, weiß, dass viele Tätigkeiten durch erfahrene Pflegekräfte in einem Graubereich geleistet werden, aber ohne sie auch manchmal eben nicht geleistet werden können. Gerade in Deutschland sind viele Veränderungen häufig sehr besitzstandswahrend, aber die Wirklichkeit ist viel schneller. Im Gesundheitsbereich muss keiner befürchten, dass irgendjemandem die Arbeit ausgeht. Deshalb müssen wir schauen, wie an welcher Stelle Kompetenzen zielgerichtet eingesetzt werden können. Und das funktioniert am besten in Verantwortungsgemeinschaften. Das alte Kompetenzgerangel ist von gestern und wir haben nicht die Zeit, daran zu lange festzuhalten.“

Am Ende gab es viel Lob von Manfred Lucha für von Meißner und sein Team: „Auf meiner dreiwöchigen Sommertour komme ich an Orte, an denen wie auch hier mit viel Herzblut, Verstand und guten Konzepten wichtige Themen angegangen werden. Dieser Einsatz ermutigt auch uns, Politik weiterzumachen.“

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