17 Klagen anhängig
Für das Versprechen, nach der Ausbildung Hausarzt in einer Mangelregion zu werden, bekamen sie einen Medizinstudienplatz. Doch manche klagen inzwischen gegen den Vertrag.
Für das Versprechen, nach der Ausbildung Hausarzt in einer Mangelregion zu werden, bekamen sie einen Medizinstudienplatz. Doch manche klagen inzwischen gegen den Vertrag.
In Sachsen-Anhalt gibt es immer weniger Ärztinnen und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Die Grünen-Abgeordnete Susan Sziborra-Seidlitz sieht den Grund dafür auch im Strafgesetzbuch.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat die Kritik von Ärzteverbänden zurückgewiesen, wonach die am Mittwoch vom Kabinett beschlossene Reform der Nachrichtendienste das Patientengeheimnis gefährdet. „Wir halten nichts von diesen Vorwürfen, weil wir immer nur angemessen vorgehen“, sagte der CSU-Politiker nach der Kabinettssitzung in Berlin.
Die KV Thüringen baut ihre zunächst als Übergangslösung gestartete Akutpraxis in Gera aus. Im Herbst zieht sie an einen neuen Standort, verlängert die Öffnungszeiten und setzt stärker auf digitale Abläufe und Teamarbeit. Hintergrund ist der anhaltende Hausärztemangel: In Gera und Umgebung sind laut KV derzeit 16 Sitze unbesetzt.
Fast jeder fünfte Erwachsene hat beim Arzt schon einmal Beschwerden oder gesundheitliche Probleme aus Scham, Peinlichkeit oder Misstrauen verschwiegen. Besonders häufig passiert das jüngeren Menschen und Frauen, zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Barmer. Zugleich geben 92 Prozent der Befragten an, Ärzten in Gesundheitsfragen zu vertrauen.
Die Zweitmeinung vor bestimmten planbaren Operationen wird verpflichtend – doch dafür fehlen möglicherweise die nötigen Kapazitäten. Der G-BA rechnet damit, dass die derzeit zugelassenen Zweitmeinenden den zusätzlichen Beratungsbedarf kurzfristig nicht decken können. Wie unterschiedlich die Ausgangslage je nach Eingriff ist, zeigen Zahlen der KBV.
Eine Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht für die ärztliche Tätigkeit im Krankenhaus erstreckt sich nicht ohne Weiteres auf eine Nebentätigkeit in einer Praxisklinik, entscheidet das Bundessozialgericht. Für die Betroffenen bedeutet das eine Nachzahlung von 16.000 Euro.
Drogerien, Apotheken und kommerzielle Anbieter weiten ihre Screeningangebote aus. Doch wenn ein Befund auffällig ist, suchen viele Patienten anschließend eine Arztpraxis auf. Niedergelassene sollen Ergebnisse einordnen, verunsicherte Patienten auffangen und entscheiden, ob weitere Diagnostik nötig ist. Wie sollten Arztpraxen mit solchen Fremdbefunden umgehen?
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach drängt den neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann, die angekündigten Entlastungen für Krankenhäuser schnell auf den Weg zu bringen. Seine Vorgängerin Nina Warken hatte noch für August einen Gesetzentwurf angekündigt.
Eine Analyse von rund 26.000 Ärzten zeigt deutliche Unterschiede bei online buchbaren Facharztterminen: GKV-Versicherte mussten im Untersuchungszeitraum im Schnitt 49,1 Tage warten, Privatversicherte 29,7 Tage. Bei mehr als der Hälfte der untersuchten Praxen wurden online keine Termine für gesetzlich Versicherte angezeigt.
Nach gut 15 Jahren an der Spitze der Barmer legt Prof. Christoph Straub sein Amt zum Jahresende nieder. Künftig sollen Simone Schwering und Uwe Repschläger die Krankenkasse führen. Wer den Vorstandsvorsitz übernimmt, ist allerdings noch offen.
Ausgediente Konnektoren, Kartenterminals, Computer oder medizinische Geräte können Arztpraxen nicht einfach in den Hausmüll werfen oder bedenkenlos zum Wertstoffhof bringen. Je nach Gerät gelten unterschiedliche Vorgaben für Rückgabe und Entsorgung. Bei Geräten mit Patientendaten kommt hinzu: Die Daten müssen zuverlässig gelöscht werden.
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt eine neue Landesregierung. Was planen die Parteien für den Gesundheitssektor? Der änd hat in die Wahlprogramme geschaut. Heute: das BSW, das das Modell der Polikliniken lobt und einen landesweiten Praxiskoordinator einsetzen möchte.
Das Universitätsklinikum Regensburg will rund 40 ärztliche Vollzeitstellen einsparen. Nun warnt der Hartmannbund vor den Folgen: Gleichzeitig sollen die verbleibenden Ärzte im kommenden Semester deutlich mehr Medizinstudierende betreuen. Der Verband sieht Ausbildung und Patientenversorgung gefährdet.
Mehr als 20 Jahre nach Einführung der ersten PA-Studiengänge in Deutschland ist noch immer nicht einheitlich geregelt, was Physician Assistants können müssen und was sie in der Versorgung dürfen. Zu diesem Befund kommen die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages in einer 41-seitigen Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen für PA.
Der Krankenstand unter berufstätigen Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg ist im ersten Halbjahr 2026 leicht zurückgegangen. Dafür sorgten vor allem weniger Atemwegsinfekte. Gegen den Trend nahmen jedoch Fehlzeiten aufgrund psychischer und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu.
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz streicht eine gesetzliche Vorgabe zur angemessenen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen. Fünf Psychotherapieverbände warnen vor möglichen Abwertungen und schlagen eine neue Schutzregel vor: Die Bewertung der Leistungen soll bis Ende 2029 stabil bleiben.
Die wirtschaftliche Stimmung in den Krankenhäusern bleibt auf einem Tiefpunkt. Der Geschäftsklima-Saldo liegt bei minus 51 – deutlich unter den Vergleichswerten anderer Wirtschaftszweige. Zugleich schrumpfen die Liquiditätsreserven vieler Häuser, während die ambulanten Leistungen weiter zunehmen.
Eigentlich ist die gesetzliche Grundlage für die gesonderte Vergütung der ePA-Befüllung für seit dem 30. Juli entfallen. Mehrere KVen empfehlen ihren Mitgliedern trotzdem, die entsprechenden GOP weiterhin anzusetzen. Hintergrund ist ein mutmaßlicher Fehler im Spargesetz. Am 25. August soll sich der Bewertungsausschuss mit der Frage befassen.
Nach Bundesärztekammer und Landesärztekammer Hessen stellt sich auch die KBV gegen zentrale Regelungen der geplanten Nachrichtendienst-Reform. Sie sieht das Patientengeheimnis gefährdet und hält es für nicht gerechtfertigt, Ärzte und Psychotherapeuten schlechter zu schützen als andere Berufsgeheimnisträger.
Mit Äxten, Schlagstöcken und Steinen attackieren Dorfbewohner einen Krankenwagen - ausgelöst durch Fake News. Der Fahrer wurde verletzt.
Ärztinnen und Ärzte müssen in Gesprächen über eine schwere Erkrankung ihre eigenen Emotionen offenbar nicht grundsätzlich verbergen. Im Gegenteil: Zeigen sie angemessen Gefühle, können sie als mitfühlender und vertrauenswürdiger wahrgenommen werden, ohne dass ihre Professionalität darunter leidet.
Zwar seien die Anpassungsvorschläge in der überarbeiteten Fassung der GOÄneu weitgehend aufgenommen worden, dennoch werde die Labordiagnostik weiterhin massiv abgewertet, beklagt der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM).
Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland sieht in Künstlicher Intelligenz die Chance, medizinische Fehldiagnosen zu reduzieren. Zugleich wären laut einer repräsentativen Befragung mehr als 60 Prozent bereit, Gesundheitsdaten digital weiterzugeben, wenn dies ihre Beratung oder Behandlung verbessert.
Die Milliardeninvestition in den Pharmastandort sollte 1.000 Arbeitsplätze in Rheinland-Pfalz schaffen. In abgeschmolzener Form hält der US-Pharmakonzern an seinen Zielen fest. Zugleich kritisiert er die Bundesregierung scharf.
Lieferengpässe bei Arzneimitteln belasten nicht nur die Versorgung von Patienten, sondern verursachen auch erheblichen Aufwand in Praxen und Kliniken. Eine Befragung von Ärzten aus Deutschland und Österreich beziffert, wie viel Zeit die Suche nach Alternativen, Absprachen mit Apotheken und Gespräche mit Patienten kosten.
Für viele Krankheitsbilder reicht eine Ultraschalluntersuchung zur Diagnose nicht aus. Es sind noch genauere Bilder nötig. Ein spezielles Kinder-MRT sorgt in Magdeburg für schonendere Untersuchungen.
KI-gestützte Dokumentationsassistenten zeichnen das Arzt-Patienten-Gespräch auf. Doch was geschieht später mit den Gesprächsdaten? Wird mithilfe der Daten die KI trainiert? Der änd hat bei einigen Anbietern nachgefragt.
Stress, Überforderung, diffuse Erschöpfung: Psychosoziale Belastungen prägen den hausärztlichen Alltag zunehmend. Wer solche Gespräche ohne Struktur führe, riskiere nicht nur enttäuschte Erwartungen, sondern auch überlastete Praxisressourcen, warnt der Hamburger Hausarzt Dr. Lars Lomberg. Sein Ansatz: klare diagnostische Orientierung, strukturierte Gesprächsführung und realistische Interventionen.
Steigende Kosten und gedeckelte Honorare erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf Arztpraxen. Virchowbund-Beraterin Margaret Plückhahn erklärt im Gespräch mit dem änd, welche Kennzahlen Praxisinhaber kennen sollten und was sie daraus für ihre Entscheidungen ableiten können.
Der Sommer ist heiß und trocken - und das fordert viele Tote. Gerade Ältere kommen mit den hohen Temperaturen schlecht zurecht. Erkennbare politische Aktivität löst das nicht aus. Was dahinter steckt.
Die Bundesregierung will ein verpflichtendes Primärversorgungssystem einführen. In der lebhaften Debatte zu dem Thema wird nicht selten – als positives oder abschreckendes Beispiel – auf die Lage in anderen Ländern verwiesen. Doch wie sieht es mit der Primärversorgung in anderen Staaten wirklich aus? Der änd schaut in einer Serie über die Grenze. Diesmal begeben wir uns nach Polen.
Sollte mit einer Wiedereinführung der Wehrpflicht auch der Zivildienst zurückkehren, wären viele Krankenhäuser dazu bereit. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft würden 93 Prozent der Kliniken Zivildienststellen anbieten. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Fast jede fünfte Ärztin und jeder fünfte Arzt in Sachsen-Anhalt stammt aus dem Ausland, in der Pflege ist es sogar jede vierte Fachkraft. Mehrere Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen machen deshalb mit einer gemeinsamen Kampagne auf die Bedeutung internationaler Beschäftigter aufmerksam und fordern schnellere Anerkennungsverfahren.
Mehr denn je kommt es in der ambulanten Versorgung künftig auf den Einsatz nicht-ärztlicher Gesundheitsberufe an. Teamarbeit lautet die Devise. Warum MFA, VERAH und Co. für den Erfolg eines Primärversorgungssystems ausschlaggebend sind, beleuchtet Teil 3 unserer Sommerserie.
Angesichts neuer Zahlen des Robert Koch-Instituts erhöhen Ärzte den Druck auf die Politik. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband spricht von einem bereits eingetretenen „Ernstfall“ und wirft der Bundesregierung mangelnde Umsetzung beim Hitzeschutz vor. Auch Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt fordert bessere Schutzmaßnahmen.
Die seit Ende Juli geltenden Vorgaben zur Verordnung von Cannabis haben in vielen Praxen Fragen aufgeworfen. Nun haben sich KBV und GKV-Spitzenverband auf eine gemeinsame Auslegung verständigt.
Die KBV stellt die Vertragsarztpraxen auf die Folgen des GKV-Spargesetzes ein. Je nach Fachgruppe müssten sie ihre Fallzahlen ab 2027 um 7 bis 13 Prozent reduzieren, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. Er kündigt an, die Praxen bei der Umstellung zu unterstützen.
Von rund 5.000 Toten durch die Hitzewelle Ende Juni ging das Robert Koch-Institut zunächst aus. Neue Zahlen zeigen: Die Zahl der Toten infolge der extrem heißen Woche liegt wohl fast doppelt so hoch.
Die Neuorganisation des ärztlichen Fahrdienstes im ambulanten Notdienst hat sich aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein bewährt. Mehr als 800 Ärztinnen und Ärzte beteiligen sich laut KVNO inzwischen freiwillig am neuen System, sämtliche Fahrdienste bis Ende 2026 seien bereits besetzt.
Rassistische Beleidigungen im Wartezimmer, Konflikte im Team, offene Fragen zu Leistungen für Asylbewerber: Ein Charité-Team hat solche Fallbeispiele zusammengestellt, arbeits- wie berufsrechtlich einordnen lassen und Tipps für den Umgang erstellt.
Mehrere Psychotherapeutenverbände drängen auf eine schnelle Umsetzung der im Entschließungsantrag des Bundestages angekündigten Nachbesserungen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Zugleich verlangen sie weitere Korrekturen und fordern eine extrabudgetäre Vergütung aller psychotherapeutischen Leistungen.
Am 6. September wählt Sachsen-Anhalt eine neue Landesregierung. Was planen die Parteien für den Gesundheitssektor? Der änd hat in die Wahlprogramme geschaut. Heute: die AfD, die das Land frei machen möchte von ausländischen Ärzten.
Mehr als 80 Gesundheitsorganisationen aus Europa haben in einer gemeinsamen Erklärung verbindliche Vorgaben zum Schutz vor extremer Hitze gefordert. Zugleich richtet sich die Allianz an Gesundheitseinrichtungen: Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen Hitzepläne aufstellen, gefährdete Menschen gezielt ansprechen und ihre Gebäude besser an hohe Temperaturen anpassen.
Der Anlageskandal um die Verius-Immobilienfonds weitet sich aus. Nach Medienrecherchen summieren sich die bekannten Verluste von Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen inzwischen auf knapp 220 Millionen Euro. Gleichzeitig rücken Gutachten in den Fokus, mit denen die Investments als grundsätzlich zulässig dargestellt wurden.
Aus Sicht des KBV-Chefs steht Deutschland bei der Vorbeugung von Krankheiten im internationalen Vergleich gar nicht gut da. Er ruft den neuen Gesundheitsminister zum Handeln auf.
Viele Medizinstudierende in Sachsen können sich eine eigene Praxis vorstellen - auch auf dem Land. Welche Bedingungen für sie dabei besonders wichtig sind.
Mehrere Bundesländer wollen den Datenaustausch zwischen psychiatrischen Einrichtungen und Sicherheitsbehörden ausweiten. Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung befürchtet, dass dadurch psychisch erkrankte Menschen unter Generalverdacht geraten und aus Angst vor Konsequenzen notwendige Behandlungen meiden könnten.
„Sicher ist, dass sich der Zugang zur fachärztlichen Versorgung ab dem 1. Januar 2027 verschlechtern wird.“ Mit dieser Prognose warnt die Kassenärztliche Vereinigung Saarland vor den Folgen des GKV-Spargesetzes. Vor allem technisch aufwendig ausgestattete Facharztpraxen gerieten wirtschaftlich zunehmend unter Druck.
Mit 36 Studienanfängern beginnt an der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) erstmals die Ausbildung von Humanmedizinern an einer staatlichen Universitätsmedizin in Brandenburg. Die Landesärztekammer sieht darin einen Meilenstein für die medizinische Versorgung, fordert aber verlässliche Rahmenbedingungen.