Gassen warnt vor „Nebelkerze“
Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, warnt vor zu hohen Erwartungen an eine angepeilte „Termingarantie“ für Facharztbehandlungen. Dies sei „eine Nebelkerze“.
Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, warnt vor zu hohen Erwartungen an eine angepeilte „Termingarantie“ für Facharztbehandlungen. Dies sei „eine Nebelkerze“.
Mit Gentests kann abgeklärt werden, ob ein Kind mit Down-Syndrom auf die Welt kommen könnte. Wird die Methode mehr und mehr zur Regel? Das Parlament fordert jetzt eine bessere Datengrundlage.
Patienten sollen auch künftig direkt zum Hausarzt gehen können, ohne zuvor eine digitale Ersteinschätzung durchlaufen zu müssen. Das hat eine Vertreterin des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) auf der KBV-Herbsttagung klargestellt und sich damit von einem Modell distanziert, das einige Krankenkassen favorisieren.
Die Pflegekassen stehen finanziell akut unter Druck. Nun schießt der Bund noch einmal mehr Geld nach, um das System für 2026 zu stabilisieren.
Jeder zweite Patient von Neurologin Dr. Alexandra Widmer befragt vor dem Praxisbesuch eine KI. Seit sie routinemäßig nach der KI-Nutzung fragt, verlaufen manche Gespräche entspannter. Bei einer KVNO-Veranstaltung sprachen sie und andere Teilnehmer darüber, wie sich KI und Digitalisierung auf die Arbeit auswirken – und wie man damit umgehen kann.
Das Statistische Bundesamt befragt bundesweit rund 11.000 Arzt- und Psychotherapiepraxen zu ihren Einnahmen und Ausgaben. Wer angeschrieben wird, muss teilnehmen und hat vier Wochen Zeit. Die Daten fließen auch in die Weiterentwicklung des EBM ein.
Das Bundesgesundheitsministerium will die finanzielle Unterstützung für Cochrane Deutschland beenden. Vier medizinische und wissenschaftliche Organisationen warnen vor den Folgen für die evidenzbasierte Versorgung und fordern eine Finanzierung über 2027 hinaus.
Wie gut ist die ambulante Versorgung auf den Krisenfall vorbereitet? Mit dieser Frage hat sich eine Diskussionsrunde auf der KBV-Herbsttagung befasst. Einhelliges Fazit: Es gibt noch viel zu tun – auch mit Blick auf die Honorierung von Praxen in der Krise.
Wenn Krankenhäuser im Zuge der Krankenhausreform Leistungen abgeben müssen, könnte das die Weiterbildung angehender Fachärzte gefährden. Davor warnen der Hausärztinnen- und Hausärzteverband und der Marburger Bund in Hessen. Sie fordern, bei der Vergabe der Leistungsgruppen zu prüfen, ob Ärzte ihre Weiterbildung weiterhin vollständig absolvieren können.
Die Kritik am geplanten Aus der Hybrid-DRG reißt nicht ab. Nun warnen auch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Berlin und Sachsen-Anhalt vor den Folgen für das ambulante Operieren. Vor allem der erneute Kurswechsel der Politik sorgt für Ärger. Die KV Berlin sieht das Vertrauen der Ärzteschaft in die Politik inzwischen vollständig zerstört.
Wenn eine Grippewelle anrollt, können viele Beschäftigte nicht zur Arbeit gehen. Für den Krankenstand haben aber auch andere Erkrankungen zusehends starke Effekte, wie eine Analyse ergab.
Weniger Bürokratie, besser gesteuerte Versorgung: Digitalisierung und der Einsatz von KI könnten im deutschen Gesundheitswesen einen großen Nutzen stiften, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Bereits heute wirke die Digitalisierung deutlich.
Vor der ersten Lesung des Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) im Bundestag hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) erneut vor weitreichenden Datenzugriffen und einem Vertrauensverlust zwischen Ärzten und Patienten gewarnt. Die Techniker Krankenkasse (TK) argumentiert dagegen in eine ganz andere Richtung.
Krankheiten und Gesundheitsprobleme haben 2024 direkte Kosten von 528,5 Milliarden Euro verursacht. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf die Altersgruppe ab 65 Jahren.
Die geplanten Änderungen bei den Hybrid-DRG stoßen bei Fachärzten und ambulanten Operateuren auf deutliche Kritik. Bei einer Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages warnten am Mittwoch Sachverständige davor, mit einer Absenkung der Vergütung neue Anreize für stationäre Behandlungen zu schaffen.
Mit Mühe haben Union und SPD Pläne auf den Weg gebracht, um akute Finanznöte der Pflegeversicherung aufzufangen. Für eine größere Reform soll ein Expertengremium beauftragt werden - aber da hakt es.
Viele HNO-Ärzte berichten von langen Wartezeiten auf ambulante Operationen bei Kindern und haben ihre OP-Tätigkeit eingeschränkt oder ganz aufgegeben. Doch die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben kaum Erkenntnisse über die aktuelle Versorgungslage.
Die Stiftung zur Förderung der ambulanten ärztlichen Versorgung Thüringen (savth) übernimmt erstmals eine Praxis für Physikalische und Rehabilitative Medizin. Damit will man das spezialisierte Angebot in Eisenach erhalten und die Nachfolge vorbereiten.
Bluttest in der Drogerie? Das Pilotprojekt von dm und Aware Health ist beendet. Dafür bietet die Drogeriekette nun Selbsttests zum Einschicken an. Auch andere umstrittene Angebote laufen weiter.
Brandenburgs Vertragsärzte sollen per App zu Bereitschaftsdiensten alarmiert werden. In ersten Regionen läuft „KV-Navi“ bereits, seit 1. Oktober sind fünf weitere hinzugekommen. Bis Januar 2027 soll die App landesweit eingesetzt werden.
Die KV RLP bietet ihren Mitgliedern eine neue Auswertung zur Regressprophylaxe an. Sie zeigt, bei welchen Arzneimittelverordnungen möglicherweise eine passende Diagnose in der Abrechnung fehlt. Hintergrund sind häufige Einzelfallprüfungen durch die Krankenkassen.
Erstmals darf eine KI in den USA eigenständig Erstrezepte ausstellen. Ärzte prüfen dabei anfangs jedes Rezept, später nur noch Stichproben.
Die geplanten Änderungen bei den Hybrid-DRG lösen weiter Empörung in der Ärzteschaft aus. Der BDI wirft der Politik vor, die Ambulantisierung zu behindern; der Hartmannbund fordert mehr Verlässlichkeit bei Reformen und auch die Bundesärztekammer kritisiert das Vorgehen.
Die Hausärzte sind erleichtert, die Kommunen empört, die Kassen jammern: Bei der heutigen Anhörung zu Änderungen am GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) treffen sehr gegensätzliche Meinungen aufeinander.
Vor der ersten Lesung des GeDIG prallen die Positionen zur geplanten digitalen Patientensteuerung aufeinander. Während der Virchowbund vor Eingriffen in die Praxisorganisation warnt und eine Verfassungsklage ins Spiel bringt, unterstützt der vdek die Pläne – und fordert bei der Umsetzung sogar mehr Tempo.
Die Prüfungen des Medizinischen Dienstes (MD) verursachen in den deutschen Krankenhäusern Bürokratiekosten in Höhe von 245 Millionen Euro jährlich, beklagt die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Der MD diene aktuell „lediglich der Kostenoptimierung der Kassen“, beklagt DKG-Chef Gaß.
Wer per Landarztquote Medizin studiert, muss bei Vertragsbruch mit 250.000 Euro Strafe rechnen. Angemessen, wie ein Gericht nun erstmals feststellt. Spielräume sieht das Gericht für manche dennoch.
Nach mehreren Facharztverbänden übt nun auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) scharfe Kritik an den kurzfristig vorgelegten Änderungsanträgen zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Besonders das geplante Aus für die Hybrid-DRG ab 2028 stößt bei den KBV-Vorständen auf Unverständnis.
Der Gesundheitsausschuss des Bundestages berät am Mittwoch über Änderungen am GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG), die geplante Einsparungen teilweise zurücknehmen sollen. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) warnt vor neuen Finanzierungslücken und fordert eine vollständige Gegenfinanzierung. Einen Nutzen für die Versorgung sieht vdek-Chefin Ulrike Elsner darin ohnehin nicht.
Der Medikamenten-Versender hat jahrelang Ordnungsgelder wegen unerlaubter Werbepraktiken nicht gezahlt. Nun ließ die Apothekerkammer Nordrhein einen Gerichtsvollzieher in den Niederlanden aktiv werden.
Bricht ein Patient die Nutzung einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) innerhalb der ersten vier Wochen ab, drohen dem Hersteller künftig Vergütungsabschläge. Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV) spricht von einer „Mehrfachsanktionierung“.
Frauenärztinnen und Frauenärzte rechnen ab 2027 mit schlechterer Versorgung. In einer Umfrage des Berufsverbands (BVF) erwarten 97 Prozent negative Folgen durch die Spargesetze für ihre Patientinnen. Mehr als die Hälfte erwägt zudem, die eigene vertragsärztliche Tätigkeit in den kommenden fünf Jahren zu reduzieren oder ganz aufzugeben.
Nach dem SpiFa kritisiert nun auch der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) die geplanten Änderungen bei der Hybrid-DRG-Vergütung für 2027. Der Verband befürchtet, dass medizinisch unnötige Krankenhausübernachtungen finanziell attraktiver werden.
Hat der Patient eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht? Auskunft darüber gibt das zentrale Vorsorgeregister (ZVR). Seit Anfang Oktober gibt es eine neue Funktion.
Der Streit um Impfungen in Apotheken geht weiter. KBV und Bundesärztekammer kritisieren Aussagen der ABDA zur Qualifikation von Apothekern. Sie fordern eine Korrektur und schließen weitere rechtliche Schritte nicht aus.
Für viele Berufe gibt es verbindliche Regeln zum Ruhestand. In der Medizin ist das nicht der Fall. Ein altersbedingter kognitiver Abbau bei Ärztinnen und Ärzten kann so vielleicht nicht erkannt werden. Eine Analyse der G7-Staaten zeigt die Schwachstellen und beschäftigt sich mit möglichen kognitiven Tests für ältere Ärztinnen und Ärzte.
Patienten mit einer seltenen Erkrankung sollen ihre Diagnose möglichst innerhalb eines Jahres nach dem ersten Arztkontakt erhalten. Dafür fordert der Gesundheitsausschuss des Europaparlaments neue EU-weite Strukturen und Standards. Die Abgeordneten wollen zudem den Zugang zu Therapien angleichen und die Zusammenarbeit bei Forschung und Versorgung ausbauen.
Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) schlägt vor der Anhörung im Gesundheitsausschuss Alarm: Eine Änderung der Hybrid-DRG soll 2027 die Vergütung davon abhängig machen, ob ein Patient nach einem Eingriff im Krankenhaus übernachtet – die Praxen hätten das Nachsehen.
Im geplanten Digitalgesetz ist vorgesehen, dass die E-Verordnung für Hilfsmittel 2030 kommen soll. Ein Medizintechnik-Verband argumentiert für einen früheren Beginn – und sieht auch beim Thema Telemonitoring Nachbesserungsbedarf.
Das deutsche Gesundheitssystem sei in Finanzierungs- und Steuerungslogik überwiegend auf die Behandlung von Krankheit ausgerichtet und zu wenig auf Prävention, kritisiert der Bosch Health Campus. Einen zentralen Hebel, um das zu ändern, sieht er in einem Primärversorgungssystem.
Reste von Medikamenten und Kosmetika im Trinkwasser? Der Bundesumweltminister will die Hersteller der Produkte dafür zur Kasse bitten. Und zwar auch dann, wenn sich keine EU-Lösung findet.
Medizinstudierende in ganz Deutschland machen mobil: Mit einer neuen Petition sowie bundesweiten Demos wollen sie Bund und Länder dazu bringen, eine Reform des Medizinstudiums umzusetzen. Drei Kernforderungen stehen dabei im Mittelpunkt.
Übergriffe und respektloses Verhalten in der Medizin haben den Deutschen Ärztetag im Mai erschüttert. Eine neue Studie macht nun die Ausmaße des Problems in weiteren Wissenschaftsdisziplinen sichtbar. Im Gesundheitssystem erfolgen erste Schritte zur Unterstützung Betroffener.
Bei der Pflege und in anderen Bereichen setzt die Regierung auch auf Einsparungen. Gewerkschaften und Verbände warnen vor weitreichenden Folgen.
Wer verspricht Landarzt zu werden, bekam leichter einen Studienplatz. Doch kaum sind die ersten Mediziner am Ende ihres Studiums, gibt es Klagen gegen die Regelung. Nun stehen erste Urteile an.
Geht es nach der AfD, soll Sachsen-Anhalt seinen Ärztebedarf künftig ohne ausländische Ärzte decken können. So proklamiert es die Partei in ihrem „Regierungsprogramm“. Der syrische Arzt Dr. Salah Layka nennt solche Pläne „völlig realitätsfern“ und erzählt im Gespräch mit dem änd, wie es ihm angesichts des Wahlsiegs einer rechtsextremen Partei in seinem Bundesland geht.
Bislang entstehen kommunale MVZ meist dort, wo andere Lösungen nicht mehr greifen. Der Städte- und Gemeindebund will sie auch künftig nur als „absolute Notlösung“ verstanden wissen. Einige Bundesländer sehen in kommunalen Strukturen dagegen einen möglichen Baustein einer neuen regionalen Versorgung. Doch kann das klappen?
Ärztlicher Burnout ist möglicherweise mehr als die Folge von Arbeitsverdichtung, Bürokratie und langen Arbeitstagen. In einem aktuellen Perspektivbeitrag in „JAMA" beschreiben die Autoren eine tieferliegende Ursache: die Medizin steckt in einer Identitätskrise.
Ohne Smartphone geht heute fast nichts mehr. Nur ausgerechnet im Gesundheitswesen wird die digitale Allzweckwaffe schnell zum Geduldsspiel. Chefredakteur Jan Scholz macht sich Gedanken über analoge Problemlösungen. Diskutieren Sie mit!
Die Suche nach Ärzten per ChatGPT & Co. spielt inzwischen eine bedeutende Rolle, sagt Marketing-Professor Jonas Polfuß. Im Interview erklärt er, wie sich das Suchverhalten von Patienten verändert hat und wie Praxen mit einfachen Mitteln sichtbarer werden.