Spargesetz bringt massive Konflikte
Die Bundesregierung will einen weiteren Anstieg der Kassenbeiträge verhindern, auch durch Sparmaßnahmen in den Kliniken. Bayerische Krankenhausverbände warnen vor weiteren Schließungen.
Die Bundesregierung will einen weiteren Anstieg der Kassenbeiträge verhindern, auch durch Sparmaßnahmen in den Kliniken. Bayerische Krankenhausverbände warnen vor weiteren Schließungen.
Die Tarifverhandlungen für Ärztinnen und Ärzte an Universitätsklinika kommen nur schleppend voran. Auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen Marburger Bund und Tarifgemeinschaft deutscher Länder blieb ohne Ergebnis. Die Ärztegewerkschaft fordert acht Prozent mehr Gehalt. Die Arbeitgeber legten bislang kein Angebot vor.
Nach dem massiven Cyberangriff auf vier Unikliniken in Baden-Württemberg rechnet der attackierte externe Dienstleister Unimed nicht damit, dass die gestohlenen Patientendaten veröffentlicht werden. Dies sei nicht wahrscheinlich, sagte ein Sprecher.
Sowohl Krankenkassen als auch Ärzteschaft reagieren wenig begeistert auf die verabschiedete Apothekenreform. Während der GKV-Spitzenverband „horrende Ausgabenaufwüchse“ beklagt, warnt der SpiFa vor allem vor einer konkreten neuen Regelung.
Der Bundestag hat die Apothekenreform beschlossen und den Apotheken mehr Kompetenzen übertragen. Künftig sollen sie unter anderem Blut abnehmen, zusätzliche Impfungen anbieten und Präventionsleistungen übernehmen. Aus Sicht der Koalition entlastet das Arztpraxen. Kritiker warnen vor einer Verlagerung ärztlicher Aufgaben.
Mit dem geplanten Medizinregistergesetz will die Bundesregierung Daten aus mehr als 350 medizinischen Registern besser verknüpfen, einheitliche Qualitätsstandards schaffen und den Zugang für Forschung und Versorgung erleichtern. Linke und AfD warnten bei der ersten Lesung im Bundestag dagegen vor einer Aushöhlung des Datenschutzes.
Nach dem Hackerangriff auf die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftlichkeitsprüfung Niedersachsen (ARWINI) Anfang Mai ist der Verein derzeit offenbar weitgehend lahmgelegt. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen mahnt indes potenziell betroffene Praxen zu Vorsicht bei ungewöhnlichen Kontaktaufnahmen.
Berufsverbände rufen ihre Mitglieder derzeit dazu auf, sich gegen die GKV-Sparpläne zu wehren, zum Beispiel mit Protestmails an die Bundestagsabgeordneten im eigenen Wahlkreis. Mittlerweile stehen dafür extra Online-Tools bereit.
KI-Anwendungen schlagen nicht nur Diagnosen vor, sondern begründen diese auch. Doch helfen solche Erklärungen Ärzten? Das hängt auch davon ab, ob sich die Empfehlung nachvollziehen und kritisch prüfen lässt, zeigt eine neue Studie.
In der Debatte über die GKV-Sparpläne heißt es oftmals, dass die Pharmabranche geschont werde. Die wiederum sieht das völlig anders. Die Bundesregierung gefährde mit ihren Plänen den Pharmastandort Deutschland, kritisiert ein großer Branchenverband und fordert eine „Kurskorrektur“.
Gegen zentrale Sparpläne der Bundesregierung für die ambulante Versorgung formiert sich im Bundesrat offenbar Widerstand. Dem Gesundheitsausschuss des Bundesrates liegen mehrere Änderungs- und Prüfbitten zum geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vor.
In mehreren Kreisen und Städten drohten Gebührenbescheide an Bürger für Rettungsfahrten. Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es nach mehreren Anläufen nun Bewegung in den Gesprächen.
Ein Cyberangriff auf einen externen Abrechnungsdienstleister hat Adressdaten von Patienten des Uniklinikums Freiburg betroffen. In einigen Fällen sind wohl auch Rechnungsdaten abgeflossen.
Die geplante Kürzung der Steuerbeteiligung des Bundes an der GKV um zwei Milliarden Euro stößt auf breite Kritik. DKG-Chef Gerald Gaß fordert einen Schulterschluss im Gesundheitswesen, und erhält überraschend deutliche Unterstützung aus den Regierungsfraktionen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Klage gegen die Absenkung der Honorare für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten um 4,5 Prozent beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Derzeit prüfe zudem das Bundesministerium für Gesundheit den Beschluss, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.
Tobias Goebel war Krankenpfleger - dank Landarztquote klappte es dann doch mit dem Medizinstudium. Warum er das Leben auf dem Land der Großstadt vorzieht und was er an seiner Rolle als Hausarzt liebt.
Die geplante Ausweitung von Apothekenleistungen stößt bei Ärzten und Laboren auf deutliche Kritik. Sie warnen davor, venöse Blutentnahmen, Erregernachweise und weitere medizinische Leistungen in die Apotheken zu verlagern und sehen offene Fragen bei Indikation, Verantwortung, Qualitätssicherung und Patientensicherheit.
Weniger Arzttermine, überfüllte Notaufnahmen und eine verzögerte Diagnostik: In einer Resolution warnt die KV Sachsen im Schulterschluss mit Berufsverbänden sowie der Psychotherapeutenkammer vor den Folgen der GKV-Sparpläne. Bei der Vorstellung des Papiers sagt der KVS-Vorstand auch, was er von Praxisschließungen hält.
Feierlich hatte die KV Hamburg eine eigene pädiatrische Praxis eröffnet. Nach zweieinhalb Jahren roter Zahlen wird sie nun wieder geschlossen. Sie habe "nie wirtschaftlich geführt werden können", heißt es.
In den Praxen kommen Patientendaten längst auf vielen Wegen an. Doch was digital vorhanden ist, hilft noch lange nicht in der Behandlung. Beim Zi-Forum Digitalisierung wurde deutlich, woran sich ePA und KI im Praxisalltag messen lassen müssen: Sie sollen Informationen nicht nur speichern oder transportieren, sondern im richtigen Moment unkompliziert nutzbar machen.
Von automatischer Dokumentation über intelligente Terminplanung bis zur Leitlinienrecherche: Die KV Nordrhein liefert Einblicke, wie KI Praxen helfen kann.
Bei einem Forum des Zi kritisierten KV-Vorstände scharf die geplanten neuen Möglichkeiten für Kassen zur Datenauswertung.
Mit Öffentlichkeitsarbeit und Transparenz den Mitgliedern gegenüber wollen die KVen auf das Spargesetz aus dem Hause Warken reagieren. Die Verbände gehen noch einen Schritt weiter: Im Gespräch sind Praxisschließungen kurz vor der ersten Lesung im Bundestag zum Gesetz.
Monatelange Wartezeiten, überlastete Praxen und nun die Sorge vor weiteren Einschnitten: Der Streit um die psychotherapeutische Vergütung fand am Mittwoch seine Fortsetzung im Gesundheitsausschuss des Bundestags. Besonders eindringlich schilderte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Miriam Pickl-Lowig die Lage in ihrer Landpraxis.
Scharfe und vielfältige Kritik am GKV-Sparpaket äußerten die Oppositionsfraktionen im Bundestag in der Fragestunde am Mittwochnachmittag. Die Bundesregierung zeigte sich dagegen überzeugt, dass ihr Sparpaket für die GKV ausgewogen ist.
Nach dem Rückruf von Generika zum Wirkstoff Fampridin springt die AOK-Gemeinschaft ein. Versicherte mit Multipler Sklerose sollen vorerst keine Mehrkosten für das Originalpräparat tragen müssen. Gleichzeitig fordert die AOK bessere Instrumente gegen Lieferengpässe.
Die KBV geht nach der abschließenden Beratung der Apothekenreform im Gesundheitsausschuss einmal mehr auf Konfrontationskurs zur Gesundheitspolitik. Die Vorstände werfen der Politik vor, Warnungen der Ärzteschaft ignoriert und den eingeschlagenen Kurs sogar noch verschärft zu haben.
Der Gesetzentwurf zur Primärversorgung soll erst nach der Sommerpause kommen. Das kündigte Gesundheitsstaatssekretär Tino Sorge (CDU) bei einem Fachdialog zur Primärversorgung an. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Selbstverwaltung stritten über digitale Ersteinschätzung, Terminsteuerung und Anreizsysteme.
Der SpiFa unterstützt die im geplanten Digitalgesetz vorgesehene digitale Ersteinschätzung grundsätzlich, warnt aber vor einem Konstruktionsfehler. Die Steuerung dürfe nicht nach Kassenlogik erfolgen, sondern müsse „unter ärztlicher Verantwortung“ stehen.
Die KV Baden-Württemberg lehnt die im Gesetzentwurf zur Notfallreform vorgesehenen 24/7-Hausbesuche entschieden ab. Aus Sicht des Vorstands fehlen nicht nur Personal und organisatorische Konzepte. Die Pläne könnten zudem eine teure Parallelstruktur zur bestehenden Versorgung schaffen.
Ärztinnen und Ärzte in Rufbereitschaft müssen nicht binnen 30 Minuten „am Patienten“ sein. Nachdem ein Klinikum seine Revision zurückgezogen hat, ist ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Niedersachsen nun rechtskräftig. Der Marburger Bund sieht darin ein Signal über den Einzelfall hinaus.
Immer mehr ältere Menschen werden nach Stürzen und Knochenbrüchen behandelt werden müssen. Gleichzeitig drohen Engpässe bei Fachkräften und Klinikstandorten. Eine neue Studie der Unfallchirurgen sieht die Traumaversorgung vor großen Problemen und fordert Gegenmaßnahmen.
Die Freie Ärzteschaft hat den Referentenentwurf für das geplante „Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen“ scharf kritisiert. Die FÄ befürchtet einen „schleichenden Paradigmenwechsel“ bei der Rolle der Kassen.
Der Unionsfraktionschef will bei den Abgeordnetendiäten ein Zeichen gemeinsamer Verantwortung an die Bevölkerung senden. Schließlich mute man den Menschen auch Belastungen zu.
Kommt die geplante Erhöhung der Tabaksteuer tatsächlich? Und wenn ja, wofür sollen die Einnahmen daraus genutzt werden? Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck hat eine klare Meinung.
Nach einem Hackerangriff auf einen Verein, der Kassenrezepte prüft, hat die Polizei bestätigt, dass tatsächlich Daten abgegriffen wurden. Im Zuge der laufenden Ermittlungen sei inzwischen bestätigt worden, dass eine Gruppierung Namens „Kairos“ für die Tat verantwortlich sei.
Die Bundesregierung setzt auf eine deutlich erweiterte Gesundheitsdatennutzung bei der Weiterentwicklung des Gesundheitsstandorts Deutschland. Das gab sowohl Bundesgesundheitsministern Nina Warken (CDU) als auch der digitalpolitische Sprecher der SPD Matthias Mieves zu erkennen.
Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD treiben die Reform der Apothekenversorgung mit hoher Geschwindigkeit voran. Die nun vorliegenden Änderungsanträge gehen in zentralen Punkten über den bisherigen Gesetzentwurf hinaus - und betreffen auch die Schnittstellen zur ambulanten ärztlichen Versorgung.
Die KBV verschärft ihre Kritik am geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen (GeDIG). Vorständin Dr. Sibylle Steiner warnt vor erweiterten Eingriffen der Krankenkassen in die Versorgung, einer Fehlsteuerung über ePA-Daten und unverhältnismäßigen Sanktionen für Praxen.
Personalmangel, Arbeitsverdichtung, ökonomischer Druck, Bürokratie, Ambulantisierung und die Folgen der Krankenhausreform machen Veränderungen bei der fachärztlichen Weiterbildung nötig, meint der Marburger Bund. Was es dazu braucht, hat er in einem Positionspapier zusammengefasst.
Was verrät der typische Klinikgeruch über Medizin, Vorurteile und unseren Umgang mit Patienten? Ein Forschungsprojekt sucht Zeitzeugen und blickt tief in die Geschichte von Krankenhäusern.
Für den Wiesbadener Arzt Dr. Christian Köhler ist klar: Kommt die vorgesehene Sparreform ohne deutliche Änderungen, sind Auswirkungen auf die Versorgung nicht mehr zu vermeiden – angefangen mit einem Aufnahmestopp ab Jahresende. Der Allgemeinmediziner startet nun eine Briefaktion an die Politik.
Die Schilderungen von Übergriffen auf dem Ärztetag in Hannover beschäftigt die Ärztekammern weiter. In einer gemeinsamen Erklärung stellen Bundes- und Landesärztekammern klar: Ein solches Verhalten wollen sie nicht dulden.
Die KV Nordrhein will ab dem zweiten Quartal 2026 ihre bisherige Testabrechnung zu einem festen Bestandteil des Abrechnungsprozesses ausbauen. Die KV verspricht sich von der Vorprüfung weniger Fehler bei der Abrechnung, weniger Regressrisiken und Zeitersparnis für das Praxispersonal.
Ärzte im Ruhestand reden mit Patienten über deren Krankheiten - ehrenamtlich und ohne Zeitdruck: Solche Angebote gibt es in Bremerhaven und Niedersachsen. Doch den Kammern sind sie ein Dorn im Auge.
Eine bislang unveröffentlichte Analyse der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) legt nahe, dass von Finanzinvestoren gesteuerte Medizinische Versorgungszentren (MVZ) deutlich seltener klassische hausärztliche Leistungen erbringen. Die Studie soll nun den Ruf nach mehr Transparenz und strengeren Regeln für investorengetragene MVZ befeuern.
Dr. Google ist längst nicht mehr allein: Wer Gesundheitsrat sucht, fragt heute auch KI-Chatbots oder Influencer. Die Kommunikationswissenschaftlerin Jun.-Prof. Dr. Elena Link warnt: Digitale Gesundheitsinfos können Orientierung geben, aber auch verunsichern, Vertrauen fehlleiten und zu falschen Entscheidungen führen. Nötig seien mehr Nutzerkompetenz und mehr Regulierung.
Nach den Berichten von Medizinstudentinnen über sexuelle Übergriffe beim Deutschen Ärztetag fordert die Bundesvertretung der Medizinstudierenden eine Aufarbeitung der Vorfälle. Betroffene müssten in diesen Prozess eingebunden werden.
Eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingesetzte paneuropäische Expertenkommission fordert, die Klimakrise als „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ einzustufen. Zu den Mitgliedern des Gremiums gehört auch der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Ernährungsministerium, Finanzministerium oder doch das Bundesgesundheitsministerium (BMG)? Zuletzt war unklar, wer für eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke zuständig ist. Gesundheitsstaatssekretär Dr. Georg Kippels sieht den Ball jedoch beim BMG.