„Wer Versorgung sichern will, darf Praxen nicht schwächen“
In seltener Einigkeit haben sich heute in Frankfurt 27 ärztliche Verbände gegen das geplante GKV-Spargesetz gewendet. Sie warnten vor einer Schwächung der wohnortnahen Versorgung.
In seltener Einigkeit haben sich heute in Frankfurt 27 ärztliche Verbände gegen das geplante GKV-Spargesetz gewendet. Sie warnten vor einer Schwächung der wohnortnahen Versorgung.
Der Ärzteverbund MEDI startet ab heute eine große bundesweite Protestkampagne, die in Praxisschließungen für interne Fortbildungen am 10. Juni 2026 gegen das von der Regierung geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gipfelt. So sehen die Pläne aus.
Nach dem Zwischenhoch der vergangenen Jahre sinkt der Antibiotikaverbrauch in den Praxen wieder spürbar. 2025 verordneten Vertragsärzte nur noch 27 Millionen Antibiotika – rund 11,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders stark ging der Einsatz bestimmter Reserveantibiotika in einem Bereich zurück.
Krankenkassen sollen künftig über die ePA weitreichenden Zugriff auf Versichertendaten bekommen, um damit in sogenannten Reallaboren zu forschen. So sieht es der Entwurf für ein neues Digitalgesetz vor. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen hält das für gefährlich.
Ohne Reformen steigen die Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland bis 2040 auf rund 50 Prozent. Das prognostizieren die Wirtschaftsweisen in ihrem Frühjahrsgutachten. Die größten Probleme macht die Krankenversicherung, meint Ratsmitglied Professor Martin Werding.
Die Arbeitgeber-Vereinigung BDA glaubt nicht an das Versprechen der Bundesregierung, dass die GKV-Beitragssätze im kommenden Jahr stabil bleiben. Sie legt Zahlen vor, die eine stärkere Belastung von Unternehmen erwarten lassen – und Ideen, wie diese sich vermeiden ließen. Mal wieder mit dabei: eine Praxisgebühr.
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband will den Widerstand gegen das geplante GKV-Spargesetz verschärfen. Mit Plakaten in den Praxen und einer bundesweiten E-Mail-Kampagne will man Patienten mobilisieren.
Bayern hat umfangreiche Änderungsanträge zur Gesundheitsreform im Bundesrat angekündigt und warnt andernfalls vor längeren Wartezeiten bei Arztbesuchen für Millionen Patienten.
Beschimpfungen, körperliche Angriffe und sexualisierte Übergriffe gehören für viele Beschäftigte in Notaufnahmen inzwischen zum Alltag. Die Deutsche Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) warnt vor einer gefährlichen Entwicklung.
Mehr als 1.500 onkologische Patienten pro Quartal, gekündigte Praxisräume und eine quälend langen Suche nach Ersatz: Zwei Hamburger Hämatoonkologen berichten, wie ihre Praxis durch Eigenbedarf verdrängt wurde und warum der Mangel an geeigneten Praxisflächen die Versorgung gefährden kann.
Die Arbeitsbedingungen junger Ärztinnen und Ärzte geraten auch in den Niederlanden zunehmend in die Kritik. Fast jeder vierte Arzt in Weiterbildung hat laut Umfrage bereits ernsthaft darüber nachgedacht, die Facharztweiterbildung abzubrechen.
Prof. Uwe Janssens ist neuer medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Er löst damit Prof. Andreas Markewitz ab, der den Posten seit 2017 innehatte.
In ihrem Protest gegen die GKV-Sparpläne appellieren niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte auch an ihre Patientinnen und Patienten, aktiv zu werden. So stellt etwa der Berufsverband der Gastroenterologen ab sofort einen QR-Code bereit, der zu einem Online-Formular führt, das man an seinen Bundestagsabgeordneten schicken kann.
Auch in der Pflegeversicherung droht ein Milliardendefizit, weshalb Bundesgesundheitsministerin Nina Warken an einer Reform baut. Ein möglicher Baustein wird jetzt diskutiert.
Die Kritik aus der Ärzteschaft am neuen Apothekengesetz reißt nicht ab. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Mecklenburg-Vorpommern sieht in den neuen Aufgaben für Apotheken keine Antwort auf die Versorgungsprobleme und warnt vor zusätzlicher Bürokratie, Konkurrenzstrukturen und mehr Druck auf die Praxen.
Ein Jahr nach Amtsantritt wirft der Grünen-Gesundheitspolitiker und Arzt Janosch Dahmen der Regierungskoalition vor, Gesundheitspolitik als reinen Kostenfaktor zu betrachten. Im Interview mit dem änd kritisiert er Reformstau, fehlende Fachlichkeit und die schwache Position von Ministerin Nina Warken.
Videosprechstunde, Befundsichtung vom heimischen Schreibtisch und elektronische Signaturen unterwegs: Hausarzt und MVZ-Geschäftsführer Dr. Bahman Afzali arbeitet regelmäßig im Homeoffice. Im änd-Interview erklärt er, warum bis zu 40 Prozent Homeoffice realistisch sind, welche Technik dafür nötig ist und weshalb das Digitalgesetz aus seiner Sicht wichtige Werkzeuge noch nicht konsequent genug nutzt.
Von Beschwerden übertreiben bis selbst zahlen: Besonders gesetzlich Versicherte warten oft lange auf einen Arzttermin und greifen zu eigenen Maßnahmen - wer vor allem zeigt eine Befragung der AOK.
Nach den Berichten von Medizinstudentinnen über Grenzverletzungen und Übergriffe beim Deutschen Ärztetag verschärft der Hartmannbund seine Forderungen nach Aufarbeitung und strukturellen Veränderungen. Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt dürften nicht länger verdrängt werden.
Das Aktionsbündnis Gesundheit Saarland geht auf Distanz zu den Sparplänen der Bundesregierung für die gesetzliche Krankenversicherung. Die geplanten Maßnahmen gefährdeten die Patientensicherheit, führten zu Praxisschließungen und längeren Wartezeiten. Die Landesregierung wird aufgefordert, im Bundesrat gegen die Reformelemente vorzugehen.
Hohe Qualitätsvorgaben, verpflichtende Zweitbefundung und KI-gestützte Auswertung: Das neue Lungenkrebs-Screening stellt Radiologiepraxen vor organisatorische Herausforderungen. PD Dr. Nora Sommer erläutert, warum sie in digitaler Vernetzung den entscheidenden Hebel sieht.
Beamte sollten nach Ansicht des Ökonomen Achim Truger in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Er stellt außerdem infrage, ob eine Verbeamtung in bestimmten Berufen wirklich notwendig ist.
DGINA und DIVI begrüßen zentrale Elemente der geplanten Notfallreform. Gleichzeitig warnen die Verbände vor Lücken bei Qualitätssicherung, Patientensteuerung und digitaler Vernetzung. Die Intensiv- und Notfallmediziner sehen zudem Risiken bei den geplanten Integrierten Notfallzentren.
Notfallsanitäter im Einsatzfahrzeug, ärztliche Hilfe per Video: Sachsen-Anhalt setzt auf digitalgestützte und moderne Rettung. Was sich bei Einsätzen jetzt alles ändert.
Die Pharmabranche bewertet das geplante Digitalgesetz deutlich positiver als viele Ärzteverbände. Pharma Deutschland sieht in der Verknüpfung von Gesundheitsdaten, elektronischer Patientenakte und klinischer Forschung die Chance, Studien schneller zu besetzen und den Forschungsstandort Deutschland zu stärken.
Selbstzahler-Leistungen stehen seit Jahren in der Kritik – von Krankenkassen, Gesundheitspolitikern und Patientenschützern. Warum der änd-Kolumnist Dr. Matthias Soyka sie dennoch für unverzichtbar hält und ihr sogar eine wachsende Bedeutung für die Zukunft der Versorgung zuschreibt, erklärt er in seiner aktuellen Kolumne. Und führt dafür vier Gründe an.
Der Hausarzt Kevin Ortlieb hat seine Praxis zum Verkauf ausgeschrieben. Aber nicht, weil er sie tatsächlich loswerden möchte, sondern aus Protest gegen die GKV-Sparpläne der Regierung. Der änd hat mit dem 46-Jährigen über seine Aktion gesprochen.
Eine bundesweite Befragung zeigt: Sexuelle Belästigung im Medizinstudium ist häufig, nimmt im Verlauf deutlich zu und beeinflusst sowohl das Wohlbefinden als auch berufliche Entscheidungen – ein dezidierter Blick auch auf die Täter.
Der Ton im Honorarstreit zwischen Krankenkassen und Psychotherapeuten-Verbänden verschärft sich weiter: Die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung wirft dem GKV-Spitzenverband vor, in der Debatte mit „Halbwahrheiten“, irreführenden Vergleichen und einer gezielten Ablenkung von den tatsächlichen Ertragsproblemen zu operieren.
Mobile Gesundheitstests versprechen niedrigschwellige Vorsorge und mehr Eigenverantwortung. Am Beispiel des PSA-Home-Testings zeigt sich jedoch, dass sich zwischen Marktpotenzial und Patientensicherheit erhebliche Spannungen auftun.
Immer mehr junge Ärztinnen und Ärzte schrecken vor der alleinigen Praxisführung zurück. Co-Leadership könnte ein Ausweg sein: Verantwortung teilen, Arbeitszeiten flexibler gestalten und Entscheidungen gemeinsam tragen. Führungsexpertin Stefanie Junghans erklärt im änd-Interview, warum das Modell mehr ist als eine moderne BAG – und woran Führungstandems in Praxen häufig scheitern.
In vielen Regionen Sachsens sind Haus- und Facharztpraxen unterbesetzt. Besonders betroffen sind der Osten und Südwesten des Landes. Das zuständige Ministerium diagnostiziert eine leichte Besserung.
Die Bundesregierung will einen weiteren Anstieg der Kassenbeiträge verhindern, auch durch Sparmaßnahmen in den Kliniken. Bayerische Krankenhausverbände warnen vor weiteren Schließungen.
Die Tarifverhandlungen für Ärztinnen und Ärzte an Universitätsklinika kommen nur schleppend voran. Auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen Marburger Bund und Tarifgemeinschaft deutscher Länder blieb ohne Ergebnis. Die Ärztegewerkschaft fordert acht Prozent mehr Gehalt. Die Arbeitgeber legten bislang kein Angebot vor.
Nach dem massiven Cyberangriff auf vier Unikliniken in Baden-Württemberg rechnet der attackierte externe Dienstleister Unimed nicht damit, dass die gestohlenen Patientendaten veröffentlicht werden. Dies sei nicht wahrscheinlich, sagte ein Sprecher.
Sowohl Krankenkassen als auch Ärzteschaft reagieren wenig begeistert auf die verabschiedete Apothekenreform. Während der GKV-Spitzenverband „horrende Ausgabenaufwüchse“ beklagt, warnt der SpiFa vor allem vor einer konkreten neuen Regelung.
Der Bundestag hat die Apothekenreform beschlossen und den Apotheken mehr Kompetenzen übertragen. Künftig sollen sie unter anderem Blut abnehmen, zusätzliche Impfungen anbieten und Präventionsleistungen übernehmen. Aus Sicht der Koalition entlastet das Arztpraxen. Kritiker warnen vor einer Verlagerung ärztlicher Aufgaben.
Mit dem geplanten Medizinregistergesetz will die Bundesregierung Daten aus mehr als 350 medizinischen Registern besser verknüpfen, einheitliche Qualitätsstandards schaffen und den Zugang für Forschung und Versorgung erleichtern. Linke und AfD warnten bei der ersten Lesung im Bundestag dagegen vor einer Aushöhlung des Datenschutzes.
Nach dem Hackerangriff auf die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftlichkeitsprüfung Niedersachsen (ARWINI) Anfang Mai ist der Verein derzeit offenbar weitgehend lahmgelegt. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen mahnt indes potenziell betroffene Praxen zu Vorsicht bei ungewöhnlichen Kontaktaufnahmen.
Berufsverbände rufen ihre Mitglieder derzeit dazu auf, sich gegen die GKV-Sparpläne zu wehren, zum Beispiel mit Protestmails an die Bundestagsabgeordneten im eigenen Wahlkreis. Mittlerweile stehen dafür extra Online-Tools bereit.
KI-Anwendungen schlagen nicht nur Diagnosen vor, sondern begründen diese auch. Doch helfen solche Erklärungen Ärzten? Das hängt auch davon ab, ob sich die Empfehlung nachvollziehen und kritisch prüfen lässt, zeigt eine neue Studie.
In der Debatte über die GKV-Sparpläne heißt es oftmals, dass die Pharmabranche geschont werde. Die wiederum sieht das völlig anders. Die Bundesregierung gefährde mit ihren Plänen den Pharmastandort Deutschland, kritisiert ein großer Branchenverband und fordert eine „Kurskorrektur“.
Gegen zentrale Sparpläne der Bundesregierung für die ambulante Versorgung formiert sich im Bundesrat offenbar Widerstand. Dem Gesundheitsausschuss des Bundesrates liegen mehrere Änderungs- und Prüfbitten zum geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vor.
In mehreren Kreisen und Städten drohten Gebührenbescheide an Bürger für Rettungsfahrten. Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt es nach mehreren Anläufen nun Bewegung in den Gesprächen.
Ein Cyberangriff auf einen externen Abrechnungsdienstleister hat Adressdaten von Patienten des Uniklinikums Freiburg betroffen. In einigen Fällen sind wohl auch Rechnungsdaten abgeflossen.
Die geplante Kürzung der Steuerbeteiligung des Bundes an der GKV um zwei Milliarden Euro stößt auf breite Kritik. DKG-Chef Gerald Gaß fordert einen Schulterschluss im Gesundheitswesen, und erhält überraschend deutliche Unterstützung aus den Regierungsfraktionen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Klage gegen die Absenkung der Honorare für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten um 4,5 Prozent beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht. Derzeit prüfe zudem das Bundesministerium für Gesundheit den Beschluss, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen.
Tobias Goebel war Krankenpfleger - dank Landarztquote klappte es dann doch mit dem Medizinstudium. Warum er das Leben auf dem Land der Großstadt vorzieht und was er an seiner Rolle als Hausarzt liebt.
Die geplante Ausweitung von Apothekenleistungen stößt bei Ärzten und Laboren auf deutliche Kritik. Sie warnen davor, venöse Blutentnahmen, Erregernachweise und weitere medizinische Leistungen in die Apotheken zu verlagern und sehen offene Fragen bei Indikation, Verantwortung, Qualitätssicherung und Patientensicherheit.
Weniger Arzttermine, überfüllte Notaufnahmen und eine verzögerte Diagnostik: In einer Resolution warnt die KV Sachsen im Schulterschluss mit Berufsverbänden sowie der Psychotherapeutenkammer vor den Folgen der GKV-Sparpläne. Bei der Vorstellung des Papiers sagt der KVS-Vorstand auch, was er von Praxisschließungen hält.