Deutliche klinische Unterschiede bei Erwachsenen und Kindern
Eine retrospektive Kohortenstudie aus Finnland zeigt altersabhängige Unterschiede im klinischen Erscheinungsbild der Lyme-Neuroborreliose sowie Limitationen der serologischen Diagnostik.
Eine retrospektive Kohortenstudie aus Finnland zeigt altersabhängige Unterschiede im klinischen Erscheinungsbild der Lyme-Neuroborreliose sowie Limitationen der serologischen Diagnostik.
Frühgeborene und Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht überleben heute deutlich häufiger als noch vor wenigen Jahrzehnten. Langfristige kognitive und schulische Nachteile sind dabei seit Langem beschrieben. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst die Evidenz hierzu über verschiedene Altersstufen hinweg zusammen.
Die immunsuppressive Therapie bei Kindern und Jugendlichen nach einer Nierentransplantation erfolgt oft nicht evidenzbasiert. Empfehlungen, die eine individualisierte Immunsuppression mit neueren Immunsuppressiva vorsehen, werden oft noch nicht berücksichtigt. Eine S3-Leitlinie soll das nun ändern.
Chronischer psychischer Stress könnte die Metastasierung von Brustkrebs nicht nur indirekt begleiten, sondern aktiv vorantreiben. Eine aktuelle Arbeit in Cancer Research beschreibt nun erstmals einen möglichen Mechanismus.
Bei Ifosfamid-haltigen Arzneimitteln zur parenteralen Anwendung gibt es einen Versorgungsmangel. Das teilt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit. Gleichwertige Alternativmittel stehen nicht zur Verfügung.
Normales Brustgewebe verändert sich mit dem Alter stärker als bisher im Detail beschrieben. Eine aktuelle Atlasstudie zeigt nun, wie sich Zellzahl, Immunmilieu und Gewebearchitektur über die Lebensspanne hinweg verschieben. Besonders ausgeprägt sind die Umbauten offenbar im Zeitraum der Menopause.
Internationale Fachgesellschaften machen sich in einem Positionspapier für die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) stark: Sie üben damit Kritik an aktuellen Empfehlungen der WHO, teilt das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim mit, das die Kritik „ausdrücklich unterstützt“.
Am 1. April startet in Deutschland das gesetzliche Früherkennungsangebot für Lungenkrebs für langjährige Raucherinnen und Raucher. Das Science Media Center hat offene Fragen in einer Expertenrunde thematisiert: Wem steht es zu, welche Nachteile hat es, was kostet es - und lohnt es sich?
Elektronische Zigaretten gelten im öffentlichen Diskurs häufig als weniger schädliche Alternative zur Tabakzigarette. Eine neue Übersichtsarbeit bündelt nun die neuere Evidenz zur Karzinogenität nikotinbasierter E-Zigaretten. Die Autoren gelangen dabei zu einer klaren qualitativen Risikobewertung.
Ein älter Mann stellt sich mit einer seit drei Monaten bestehenden schmerzlosen Schwellung der linken Brust vor, begleitet von einer seit einem Monat bestehenden Ulzeration im Bereich der Mamille.
Es gibt eine neue S1-Leitlinie zur Behandlung unterer Atemwegsinfektionen bei Kindern und Jugendlichen mit schweren neurologischen Beeinträchtigungen. Ein „besonderes Augenmerk“ der Empfehlungssammlung liegt auf „Antibiotic Stewardship (ABS) im Sinne einer rationalen, nicht zu breit wirksamen und von adäquater Dauer verabreichten antibiotischen Therapie“.
Für die Gesundheit zählt offenbar nicht nur, wie viele soziale Kontakte ein Mensch hat, sondern auch, wie er sie erlebt. Eine große Kohortenstudie lenkt den Blick auf die sogenannte soziale Asymmetrie und damit auf einen Aspekt, der in der Forschung bislang weniger beachtet wurde.
Bei verschiedenen Medikamenten zur Herstellung von Injektions- und Infusionslösungen der Dr. Friedrich Eberth Arzneimittel GmbH besteht ein mögliches Risiko für die Patientensicherheit. Der Grund sind nicht aktualisierte Gebrauchsinformationen. Betroffen sind die Wirkstoffe Cefazolin, Cefotaxim, Ceftazidim, Ceftriaxon, Levofloxacin, Moxifloxacin und Voriconazol.
Bei neuroentwicklungsbedingten Störungen bleibt die Ursache oft lange unklar. Eine aktuelle Studie beschreibt nun eine rezessiv vererbte Form, die in den untersuchten Kollektiven einen überraschend großen Anteil der genetisch erklärten Fälle ausmachte.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt, Tecovirimat SIGA nicht länger zur Behandlung von Mpox anzuwenden. Das Arzneimittel habe in randomisierten klinischen Studien keine Wirksamkeit bei der Behandlung von Mpox gezeigt.
Eine aktuelle Analyse zeigt: Jeder zehnte Patient, der sich mit Makrohämaturie in der Notaufnahme vorstellt, stirbt innerhalb von drei Monaten. Eine frühzeitige Abklärung könnte jedoch entscheidend sein, um diese hohe Mortalität zu senken.
Eine 35-jährige Schwangere in der 18. Gestationswoche stellt sich mit zunehmender abdominaler Distension, Übelkeit und Appetitlosigkeit vor. Bereits einen Monat zuvor berichtet sie über ein Völlegefühl im Unterbauch.
Leitlinien empfehlen nichtmedikamentöse Maßnahmen, insbesondere Bewegungstherapie, als Erstlinientherapie bei Fibromyalgie. Schmerzbedingt gelingt dies häufig nicht. Eine Studie aus den USA untersuchte nun die Wirkung von TENS in Verbindung mit Physiotherapie auf die Schmerzreduktion.
Bei Menschen mit Diabetes und hohem kardiovaskulärem Risiko wird die Lipidtherapie meist dann verschärft, wenn bereits ein Ereignis eingetreten ist. Eine neue Analyse prüft nun, ob eine frühe intensive Senkung des LDL-Cholesterins auch in der Primärprävention einen messbaren Nutzen bringt.
Die Sedierung neurodivergenter Kinder und Jugendlicher stellt eine besondere Herausforderung dar. Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt, dass diese Patientengruppe aufgrund erhöhter Komorbiditäten, spezifischer sensorischer und kommunikativer Bedürfnisse sowie variabler pharmakologischer Reaktionen ein individuell angepasstes Vorgehen erfordert.
Erstmals seit 2018 haben das American College of Cardiology und die American Heart Association ihre gemeinsame Leitlinie zum Lipidmanagement aktualisiert. Zehn Take-Home-Messages machen deutlich: Cholesterinsenkung soll streng und früh erfolgen.
Das PCOS wird im klinischen Alltag nicht immer eindeutig erkannt. Eine aktuelle Studie untersuchte, ob sich die Diagnose mit einer begrenzten Zahl gut erfassbarer Merkmale beschleunigen lässt. Dazu wurde ein Modell geprüft, das sonografische, klinische und hormonelle Angaben kombiniert.
Die innere Uhr steuert nicht nur Schlaf und Wachsein, sondern auch Stoffwechsel, Immunsystem und Therapien. Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben nun einen Test entwickelt, der den Chronotyp ganz einfach anhand weniger Haarwurzeln bestimmt.
Noch bevor Säuglinge sprechen, scheinen ihre Begegnungen mit der Mutter einer eigenen Dramaturgie zu folgen. Eine neue Studie zeigt, dass solche vorsprachlichen Interaktionen mit dem Alter geordneter und vollständiger werden. Das spricht für eine überraschend frühe Form aufeinander bezogener Interaktion.
Eine Autopsie-Studie untersuchte die Gehirne von Verstorbenen, die zu Lebzeiten an Bluthochdruck gelitten hatten. Dabei fanden sie, dass manche Blutdrucksenker scheinbar deutlich demenzprotektiv wirken - über den blutdrucksenkenden Effekt hinaus.
Eine aktuelle Studie zeigt am Beispiel von Königspinguinen, dass ein konstantes Nahrungsangebot und geschützte Lebensbedingungen zwar die Lebensspanne erhöhen, gleichzeitig jedoch den biologischen Alterungsprozess beschleunigen – ein Spiegel für den modernen Lebensstil?
Wie tief Menschen ihren Schlaf erleben, hängt offenbar nicht nur von klassischen physiologischen Parametern ab. Eine neue Studie legt nahe, dass auch die Qualität des nächtlichen Erlebens dazu beitragen könnte, wie tief Schlaf subjektiv empfunden wird.
Bevor die Neandertaler in Europa vor rund 40.000 Jahren endgültig das Zeitliche segneten, hatten sie einen „weitgehend einheitlichen Genpool“ und erlebten einen „umfassenden Umbruch in ihrer Bevölkerung“. Das ergab eine Studie, in der neue DNA-Daten untersucht und mit archäologischen Nachweisen kombiniert wurden.
Trotz Resistenz gegenüber den zur Behandlung empfohlenen Cephalosporinen Cefixim und Ceftriaxon konnten im Jahr 2025 fünf Männer mit Gonorrhö in Deutschland erfolgreich behandelt werden. Das Robert Koch-Institut weist im aktuellen Epidemiologischen Bulletin auf die Fälle hin.
Ein im Rektum verbliebener Fremdkörper ist ein selten offen kommuniziertes, in der Notfallmedizin jedoch durchaus relevantes Krankheitsbild. Die Versorgung erfordert neben technischem Können vor allem strukturiertes Vorgehen und Sensibilität im Umgang mit den Betroffenen.
Krebs gilt oft als Krankheit der Moderne, doch archäologische Befunde zeigen: Schon im Alten Ägypten litten Menschen daran. Die scheinbare Seltenheit damals ist wohl vor allem eine Folge unvollständiger Daten. Die Erkenntnisse dazu haben auch Implikationen für unsere Zeit.
Die Patientin stellt sich mit progredienter Luftnot zunächst bei Belastung, dann auch in Ruhe vor. Hinzu kommen Orthopnoe und Thoraxschmerzen über eineinhalb Monate. Im letzten Monat entwickelte sie auch eine zunehmende abdominelle Distension mit starken dumpfen Bauchschmerzen.
Für das dMMR-Kolonkarzinom im Stadium III könnte sich die adjuvante Therapiestrategie verändern. Die Phase-III-Studie ATOMIC hat geprüft, ob die Ergänzung einer Immuntherapie zum bisherigen Standard zusätzlichen Nutzen bringt. Zugleich rückt die MMR-Testung stärker in den klinischen Fokus.
Adipositas gilt seit Langem als etablierter Risikofaktor für zahlreiche Tumorerkrankungen. Ein in JAMA Oncology publizierter Kommentar kommt zu dem Schluss, dass die krebsbezogene Last durch Übergewicht und Adipositas bisher systematisch unterschätzt worden sein könnte.
Moderne krankheitsmodifizierende Antirheumatika bremsen die Entzündung bei rheumatoider Arthritis oft wirksam. Doch reicht das auch, um den Knochen zu schützen? Eine neue Langzeitstudie lenkt den Blick auf genau diese Frage – und auf einen Behandlungsaspekt, der im Alltag leicht in den Hintergrund gerät.
Die Kontrastmittel-Lösungen Accupaque (Iohexol) und Visipaque (Iodixanol) können eingebettete oder anhaftende Partikel in den Flaschen aufweisen. Das teilt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in einem Rote-Hand-Brief mit.
„Frailty“ (Gebrechlichkeit) ist ein eigenständiges klinisch relevantes Syndrom, das durch verminderte physiologische Reserven und eine reduzierte Widerstandsfähigkeit gekennzeichnet ist. Eine Leitlinie gibt erstmals Empfehlungen für die perioperative Versorgung von altersschwachen Patienten.
Viele Schlaganfallbetroffene leben auch nach abgeschlossener Rehabilitation mit einem erhöhten Sturzrisiko. Für die ambulante Nachsorge fehlen jedoch bisher überzeugende Konzepte. Eine randomisierte Studie hat nun untersucht, ob ein maßgeschneidertes Programm im häuslichen Umfeld hier ansetzen kann.
Frühe metabolische Belastungen könnten die Lunge stärker prägen als lange angenommen. Auf dem DGP-Kongress zeigte Prof. Björn Schumacher aus Köln Zusammenhänge zwischen Adipositas, Entzündung und früher Lungenveränderung. Im Fokus standen Hinweise auf eine beschleunigte Lungenalterung.
E-Bikes erfreuen sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit und ermöglichen auch weniger fitten Menschen das Radfahren und somit aktive Prävention. Eine Personengruppe sollte besonders vorsichtig fahren – am besten mit Helm – meldet die TU München.
Ist Parkinson bald heilbar? „Die Forschung ist sehr nah dran an krankheitsmodifizierenden Therapien“, sagte Professorin Kathrin Brockmann, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen, während einer Pressekonferenz zum Welt-Parkinson-Tag (11. April).
Der Fallbericht beschreibt eine 28-jährige Frau, die seit der Grundschule eine psychische Symptomatik zeigt. Bereits früh kommt es zu emotionalen Ausbrüchen, Tagträumen und Schwierigkeiten, stabile soziale Bindungen aufzubauen. Sie wird lange Zeit als depressiv und ängstlich therapiert.
Tristen war zwei Jahre alt, ein „pausbäckiges Kind mit dichten Wimpern“, wie die behandelnde Kinderonkologin Margaret C. Cupit-Link in ihrem Essay erinnert. Sie begegnete ihm nur wenige Male und doch hinterließ er Spuren, die weit über das übliche Maß hinausgehen.
Jetzt ist es offiziell: Die Grippewelle endete nach Definition des Robert Koch-Intituts (RKI) nach 15 Wochen in der 10. KW 2026 (Beginn: 48. KW 2025). Das Ende der RSV-Welle deutet sich ebenfalls an.
Ob hinter den Beschwerden eine akute schwere Colitis ulcerosa oder eine bakterielle Enterokolitis steckt, ist in der Notaufnahme nicht immer rasch zu klären. Einer retrospektiven Studie zufolge könnte ein Parameter aus dem Routinelabor die frühe diagnostische Einordnung unterstützen.
Das Bakterium Clostridium difficile kann den Darm besiedeln, ohne größere Beschwerden zu bereiten. Bei Krebspatienten verhält es sich jedoch anders: Infektionen mit dem Darmkeim verursachen erhebliche gesundheitliche Folgen. Welche genau, das haben amerikanische Forschende untersucht.
Eine frühe Diagnose ist entscheidend: Ein internationales Forschungsteam hat ein KI-Modell entwickelt, welches das Risiko für Leberkrebs auf Basis routinemäßig erhobener klinischer Daten vorhersagen kann. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Cancer Discovery veröffentlicht.
Die klassische Chemotherapie wirkt zwar effektiv gegen Krebs, stößt jedoch häufig an Grenzen, da viele Tumoren Resistenzen entwickeln und die zugrunde liegenden Wirkstoffe unspezifisch wirken. Abhilfe könnte eine bisher wenig bekannte Art des Zelltods schaffen.
Die Koffeintherapie gehört zur Standardbehandlung der Apnoe des Frühgeborenen. Weniger klar ist, wie lange sie fortgeführt werden sollte, wenn Kinder klinisch bereits stabil sind und die Entlassung ansteht. Eine europäische Umfrage zeigt, dass es dafür in der Praxis sehr unterschiedliche Vorgehensweisen gibt.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit rückt einen zentralen Signalweg in den Fokus, der altersbedingte Zellschäden mit chronischer Entzündung verknüpft – und damit möglicherweise den Verlauf der ovariellen Alterung bestimmt.