Die Gene vergessen nicht
Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status haben es nicht nur finanziell und oft auch gesundheitlich schwerer im Leben – ihre Gene speichern den Zustand ab. Mit Folgen für das weitere Leben und ihr biologisches Alter.
Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status haben es nicht nur finanziell und oft auch gesundheitlich schwerer im Leben – ihre Gene speichern den Zustand ab. Mit Folgen für das weitere Leben und ihr biologisches Alter.
Nach einem akuten Koronarsyndrom stehen meist Blutdruck, Cholesterinwerte und Medikamente im Fokus. Das Körpergewicht wird zwar routinemäßig erfasst, Veränderungen im Verlauf aber selten als prognostischer Faktor betrachtet. Eine Schweizer Kohortenstudie hat nun untersucht, welche Bedeutung dies für die langfristige Prognose hat.
Ein Frühchen der 24. Schwangerschaftswoche erhält aufgrund einer Reihe von Sicherheitsmängeln versehentlich die zehnfache Menge Paracetamol. Die Autoren des Fallberichts berichten im Fachmagazin Cureus, wie es dem Kind anschließend erging und welche Konsequenzen sie aus den Fehlern zogen.
Er wird von den einen verteufelt und negiert, von anderen geliebt und bewundert: der Po. Dass dieser Körperbereich weit mehr ist als bloßes Sitzfleisch und „Ausscheidungsorgan" machte Frau Dr. Caterina Schulte-Eversum dem gebannt lauschenden Auditorium beim 68. Kongress der Deutschen STI-Gesellschaft bewusster.
Wenn Menschen ein hohes Alter erreichen, erfahren sie die Schattenseiten der natürlichen Selektion. Denn der Auswahlprozess, der die Evolution vorantreibt, belohnt biologische Prozesse, die den Fortpflanzungserfolg in jüngeren Jahren steigern. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, ist das egal: Dann treten die Folgen von Mutationen zutage, deren schädliche Wirkung spät einsetzt.
Faultiere sind die langsamsten Säugetiere der Welt. Ein Forschungsteam hat nun erstmals das Genom des Zweifinger-Faultiers analysiert und dabei genetische Ursachen für ihren langsamen Metabolismus aufgedeckt. Das könnte auch das Verständnis von Stoffwechselerkrankungen und Alterungsprozessen beim Menschen verbessern.
Routine wirkt oft, als werde sie über viele Wiederholungen langsam eingeschliffen. Eine aktuelle Arbeit zeichnet nun einen anderen Verlauf nach. Demnach könnte der entscheidende Wechsel nicht schleichend entstehen, sondern innerhalb weniger Momente erfolgen.
Viele Patienten mit Psoriasis berichten nicht nur über Juckreiz und Brennen der Haut, sondern auch über chronische Schmerzen. Meist rückt dann die Psoriasisarthritis in den Fokus. Eine große Bevölkerungsstudie zeigt nun, warum dieser Blick allein möglicherweise nicht ausreicht.
Eine 44-jährige Frau stellt sich mit Haarausfall, aphthösen Schleimhautveränderungen im Mund sowie flächigen Hautveränderungen am Stamm und an den Füßen vor. Die Symptomlage ist eindeutig, die Sexualanamnese bleibt jedoch ohne konkrete Risikokonstellation.
Eine Frau bringt ein gefährliches Reisesouvenir aus Vietnam mit: Unmittelbar nach ihrer Rückkehr in Deutschland entwickelt sie hohes Fieber und muss intensivmedizinisch behandelt werden. Grund ist eine Infektion, die hierzulande bisher lediglich elfmal diagnostiziert wurde.
Eine 66-jährige Patientin aus Eritrea stellt sich in Deutschland mit einer seit Jahren progredienten Hautveränderung im Bereich des Nasenrückens vor – eine Diagnose wird erst spät gestellt, offenbar machte u. a. das dunkle Hautbild dabei Probleme.
Die intrakapsuläre Tonsillektomie hat viele Vorteile wird bei Kindern zunehmend eingesetzt. Eine aktuelle Studie aus einem kinderchirurgischen Zentrum hat untersucht, ob das Risiko steigt, wenn Ärzte in Weiterbildung operieren.
Die EU-Chemikalienbehörde ECHA stuft die PFAS-Verbindung Trifluoressigsäure (TFA) nun auch als fortpflanzungsschädigend ein. Zu dieser Bewertung der „Ewigkeits-Chemikalie“ ist der Risiko-Prüfungsausschuss der EU-Behörde laut verschiedenen Medienberichten gekommen.
Die Zahl geplanter Freigeburten ohne professionelle Geburtsbegleitung nimmt international zu. Angesichts möglicher Risiken plädieren Autoren eines Beitrags für eine klare Unterscheidung zwischen Freigeburten und professionell begleiteten Hausgeburten. Ärztinnen und Ärzte seien verpflichtet, evidenzbasiert über Risiken aufzuklären.
Müdigkeit ließ sie sich bislang nicht direkt und objektiv in Körperflüssigkeiten messen. Einem Team der Uni Zürich ist es nun gelungen, Schlafmangel anhand von Stoffwechselveränderungen im Speichel nachzuweisen. Die Methode könnte dazu beitragen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.
Das West-Nil-Virus hat sich in Berlin offenbar dauerhaft etabliert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Berliner Charité. Die Forschenden fanden überraschend hohe Infektionsraten bei heimischen Stechmücken – an durchaus ungewöhnlichen Orten.
Ältere Menschen mit Gehschwierigkeiten profitieren von Krafttraining - beginnen es aber oft gar nicht erst. Lange Programme sind für viele zu aufwendig oder körperlich zu belastend. Eine randomisierte Studie zeigt nun, dass auch ein sehr kurzes Heimtraining messbare Effekte haben kann.
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen mit bereits vorhandenen Resistenzen steigt in Deutschland seit Jahren an. Doch trotz dieses Trends geben aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vorerst Entwarnung: etablierte Erstlinientherapien bleiben in den meisten Fällen wirksam.
Ein neuer Player im Game? Der duale Glukagon-/GLP-1-Rezeptoragonist Survodutid könnte das Spektrum der medikamentösen Adipositasbehandlung erweitern. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte einen deutlichen Gewichtsverlust – und darüber hinaus einen weiteren Vorteil.
Antibiotika gelten als möglicher Einflussfaktor auf das intestinale Mikrobiom. Ob frühere Antibiotikagaben auch mit einem späteren Zöliakierisiko zusammenhängen, ließ sich bisher nicht eindeutig einordnen. Eine große Registerstudie aus Schweden prüfte dies nun mit mehreren Vergleichsgruppen.
Steigende Infektionszahlen, neue Präventionsstrategien und kontroverse gesellschaftliche Debatten stellen die sexuelle Gesundheit derzeit vor große Herausforderungen. Darauf weist der 68. Kongress der Deutschen STI-Gesellschaft in Berlin hin und möchte Lösungen anbieten.
Angstsymptome sind weit verbreitet und reichen von einer angepassten Reaktion auf Bedrohungen bis hin zu klinisch relevanten Angststörungen. Eine internationale Forschungsgruppe hat nun die bislang größte Anzahl genetischer Ursachen von Angst und ihren Zusammenhang mit anderen Erkrankungen gefunden.
Genetische Tests können Menschen mit einem erhöhten Risiko für erbliche Herzmuskelerkrankungen identifizieren. Eine internationale Studie unter Leitung von Forschenden der Uniklinik Eppendorf (UKE) in Hamburg zeigt nun, dass diese genetischen Informationen konkrete therapeutische Konsequenzen haben können.
Menschen mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung - „Mild Cognitive Impairment“ (MCI) - haben ein erhöhtes Demenzrisiko. Smartphone- oder Tablet-basierte Gedächtnistests könnten diesen schleichenden Prozess schneller erfassen als herkömmliche Untersuchungen. Das zeigt eine aktuelle Studie.
Antihypertensiva schützen vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Gleichzeitig können sie Schwindel, Ohnmacht und Stürze begünstigen. Eine große englische Studie hat nun geprüft, ob bestimmte Patientengruppen besonders gefährdet sind.
Das lausübertragene Rückfallfieber zählt zu den vernachlässigten Infektionskrankheiten und tritt vor allem unter Bedingungen von Armut, beengten Lebensverhältnissen und mangelhafter Hygiene auf. Gegenwärtig werden vermehrt Ausbrüche in afrikanischen Ländern verzeichnet. Eine internationale Studie bringt nun neue Einblicke in die Pathogenese zutage.
Chargen von Evrysdi-Pulver (Risdiplam) können möglicherweise mit unlöslichen Polytetrafluorethylen-Partikeln (PTFE–Teflon) verunreinigt sein. Darauf weist die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in einem Rote-Hand-Brief hin. Das Risko für Patienten wird als gering eingestuft.
Die urologische Versorgung in Deutschland steht unter wachsendem Druck, während künstliche Intelligenz zunehmend als potenzielles Entlastungsinstrument wahrgenommen wird – doch es gibt noch große Hürden, wie eine aktuelle Umfrage aufdeckt.
Bis die molekulare Einordnung eines Hirntumors vorliegt, vergeht oft wertvolle Zeit. Ein gefärbter Gewebeschnitt ist dagegen früh verfügbar. Ein Heidelberger KI-Modell nutzt dieses Routinematerial - und kommt der späteren Spezialdiagnostik erstaunlich nah.
Deutschland führte 2008 als weltweit eines der ersten Länder ein flächendeckendes Hautkrebsscreening ein. Ob das Programm tatsächlich Todesfälle durch maligne Melanome verhindert, ist jedoch seit Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen und wird angezweifelt. Eine neue Studie schlägt genau in diese Kerbe.
Ein neuartiger Ansatz in der Krebsforschung zielt darauf ab, krankheitsrelevante Proteine gar nicht erst entstehen zu lassen. Statt das fertige Zielmolekül zu blockieren, wird dessen Bauplan zerstört.
Wenn Jugendliche traurig, nervös oder gestresst sind, suchen einige Rat nicht nur bei Eltern, Freunden oder Ärzten. Eine US-Befragung zeigt, wie häufig junge Menschen dafür bereits KI-Chatbots nutzen. Besonders brisant: Viele sprechen mit niemandem darüber.
Eine 30-jährige Frau stellt sich mit plötzlich einsetzendem, heftigem Kopfschmerz und Erbrechen in einer Notaufnahme vor. Die Symptomatik beginnt unmittelbar nach einem kräftigen Hustenanfall.
Schlafstörungen betreffen einen erheblichen Teil der europäischen Bevölkerung und verursachen zugleich enorme Kosten. Eine aktuelle Analyse zeigt nun erstmals systematisch das Ausmaß und die ökonomische Bedeutung von Schlafstörungen in 47 europäischen Ländern.
Eine Arbeitsgruppe der Uni Brüssel hat laut eigener Einschätzung „einen großen Fortschritt in der Pankreaskrebs-Forschung erzielt“. Das Team kartierte ein gesundes Organ. Eine dabei gefundene „seltene Zellgruppe“ könnte die Früherkennung und Krebsbehandlung verbessern.
GLP-1-basierte Therapien verzögern die Magenentleerung. Vor einer Gastroskopie stellt sich deshalb die Frage, ob die üblichen Vorgaben zur Nüchternheit ausreichen. Eine randomisierte Studie hat nun untersucht, was eine kurze Therapiepause daran ändert.
Die Inzidenz von Brust- und Hodenkrebs stieg in den letzten Jahrzehnten bei jungen Menschen in den USA und Kanada deutlich an. Mögliche Ursachen umfassen Lebensstilfaktoren und genetische Prädisposition, doch eine Studie fokussierte sich nun auf einen anderen Faktor: die Nutzung von Cannabis.
Körperbildstörung, Angst vor dem Essen, Depression – zentrale Beschwerden der Anorexia nervosa bleiben oft auch nach einer Gewichtsstabilisierung bestehen. Eine Pilotstudie prüfte nun einen ungewöhnlichen Ansatz: eine gewichtserhaltende ketogene Ernährung.
Mit zunehmender Ausprägung des kardiovaskulär-renalen-metabolischen (CKM) Syndroms steigt auch das Risiko für Krebserkrankungen, wie eine japanische Registerstudie zeigt.
Kann der Kontakt mit Tierhaaren Asthmaanfälle auslösen? Eine nun im Magazin „Frontiers in Allergy“ veröffentlichte „groß angelegte“ Studie hat untersucht, ob das Zusammenleben mit Katzen die Krankheitsverläufe von Kindern mit Asthma und Allergien verschlimmert oder nicht.
Die arrhythmogene Kardiomyopathie zählt zu den wichtigsten Ursachen des plötzlichen Herztodes bei jungen Menschen und Sportlern. Neue Erkenntnisse verändern zunehmend die Diagnose und Behandlung der Herzmuskelerkrankung. Ein Review im European Heart Journal fasst den aktuellen Wissensstand zusammen.
Glucosamin gilt vielen Patienten als harmloses Mittel gegen Gelenkbeschwerden. Eine neue Studie stellt diese Annahme zumindest für Menschen mit Alzheimer-Demenz infrage. Im Mittelpunkt steht ein Stoffwechselweg, der Proteine im Gehirn verändert.
Ein 83-jähriger Mann stellt sich zur Verlaufskontrolle einer chronischen Otitis externa in der HNO-Ambulanz vor. Nebenbei berichtet er über eine seit drei Wochen zunehmende Heiserkeit. Dass hinter dem Symptom eine lebensgefährliche Erkrankung steckt, wird erst nach und nach klar.
Gelenkschmerzen im Alter werden häufig fehlgedeutet. Ein Beitrag in „JAMA Internal Medicine" zeigt, weshalb entzündliche Ursachen oft übersehen werden und welche Hinweise eine frühere Diagnose erleichtern können.
Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Parodontitis und Zahnverlust. Auch das Risiko für Entzündungen und Knochenverlust an Zahnimplantaten war höher. Dies sind die Ergebnisse einer Analyse aus Schweden.
Das Wissen zur Dauer epileptischer Anfälle basiert auf kleinen Fallserien oder kontrollierten EEG-Untersuchungen. Eine nun in „JAMA Neurology" veröffentlichte Analyse zeigte nun, dass die selbstberichtete Anfallsdauer teils deutlich länger ist als bislang angenommen.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt vor sogenannten „Longevity-Infusionen“, auch „Drip-Spa“ genannt. Die Fachgesellschaft DGIM hat bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass Wirkungsnachweise fehlen und ernste Komplikationen möglich sind.
Dass Bewegung Kindern guttut, ist nichts Neues. Doch beim Spielen im Freien geht es möglicherweise um mehr als Aktivität und frische Luft. Eine schottische Kohortenstudie zeigt, wie frühes Spielen draußen mit der psychischen Entwicklung Jahre später zusammenhängt.
Eine Phase-II-Studie prüfte erstmals die Kombination aus lokalem rekombinantem BCG und systemischer Chemoimmuntherapie beim muskelinvasiven Blasenkarzinom und zeigt hohe Raten vollständiger Tumorremission vor der Operation.
Viele Patienten behalten nach einem Schlaganfall eine Arm- oder Handparese zurück. Eine aktuelle Studie prüfte nun, ob Rückenmarkstimulation Bewegungen des geschwächten Arms unmittelbar erleichtern kann. Besonders interessant ist, dass die Effekte ohne ein hochdosiertes Rehabilitationsprogramm beobachtet wurden.