Psychologie

20 Jahre nach Leihmutterschaft: Wie geht es den Müttern?

20 Jahre nach einer Leihmutterschaft bleiben die meisten Frauen wohl psychisch stabil – und viele behalten sogar Kontakt zu „ihren“ Familien. Doch längst nicht alle Erfahrungen verlaufen gleich.

©Andrey Popov / stock.adobe.com Leihmutterschaft ist langfristig nicht mit erhöhten psychischen Belastungen verbunden.

Die Interview-Studie zeige, dass keine der teilnehmenden Frauen Anzeichen einer Depression aufweise, fassen die Autoren zu Beginn kurz zusammen. Gleichzeitig erreichten vier Frauen im General Health Questionnaire Werte oberhalb des Schwellenwerts, was statistisch auf ein erhöhtes Risiko für eine psychische Erkrankung hinweise.

Zwei von ihnen befänden sich in ärztlicher oder psychiatrischer Betreuung, wobei diese Belastungen nicht im direkten Zusammenhang mit der Leihmutterschaft stünden.

Psychisches Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit

Die Mehrheit der Frauen berichtete über ein insgesamt positives psychisches Wohlbefinden. Das Selbstwertgefühl lag im Durchschnitt im Normbereich, während die emotionale Balance durch überwiegend positive Gefühle geprägt war.

Auch die Werte für Lebenszufriedenheit und „Flourishing“ bewegten sich überwiegend im normalen bis hohen Bereich. Dennoch zeigte ein relevanter Anteil reduzierte Lebenszufriedenheit oder niedriges Selbstwertgefühl, was von den Autoren im Kontext des mittleren Lebensalters interpretiert wurde.

Kontakt zu Kindern und Familien

Dreizehn der 21 Frauen standen weiterhin in Kontakt mit dem durch sie ausgetragenen Kind. Die Intensität dieses Kontakts variierte jedoch von häufigen Treffen bis zu sporadischen Begegnungen ein- bis zweimal jährlich. Elf dieser Beziehungen wurden als positiv beschrieben.

Auch die Beziehung zu den Eltern blieb überwiegend stabil: Der Großteil der Frauen berichtete über freundschaftliche oder zumindest unproblematische Kontakte zu den Müttern und Vätern der Kinder.

Dynamik der Beziehungen über zwei Jahrzehnte

Die Daten zeigen aber auch, dass sich die Kontakte im Verlauf der Jahre häufig reduzierten, ohne dass dies als negativ erlebt werde. Einige Frauen empfanden den bestehenden Abstand als angemessen, während andere sich mehr Austausch wünschten.

Moderne Kommunikationsformen wie soziale Medien ergänzten klassische Kontaktwege und ermöglichten eine niedrigschwellige Verbindung, ohne jedoch eine enge persönliche Bindung vorauszusetzen.

Fazit

Die Ergebnisse weisen aus Sicht der Forschenden insgesamt darauf hin, dass Leihmutterschaft langfristig nicht mit erhöhten psychischen Belastungen verbunden sei. Vielmehr berichteten viele Frauen über stabile oder sogar positive Entwicklungen ihres Wohlbefindens.

Gleichzeitig zeigte die Studie, dass individuelle Unterschiede bestehen und psychosoziale Faktoren – etwa Alter oder Lebensumstände – dabei eine wichtige Rolle spielen.

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