Tabakentwöhnung

Cochrane: Vapes könnten Rauchstopp erleichtern

Bislang wurde stets vermutet, dass Vapes den Einstieg in die „richtige“ Zigarettensucht erleichtern. Ein Cochrane-Review kommt nun allerdings zu einem anderen Schluss: Nikotinhaltige E-Zigaretten können beim Rauchstopp wirksamer sein als konventionelle Nikotinersatztherapien wie Pflaster oder Kaugummis.

©thodonal/stock.adobe.com Besser so als „richtig“ rauchen? Nikotinhaltige E-Zigaretten könnten als Übergangslösung zur Tabakentwöhnung durchaus brauchbar sein, lautet das Fazit der Autoren (Symbobild).

Die als „Living Systematic Review“ angelegte Analyse umfasste 80 abgeschlossene randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 29.861 Teilnehmenden bis Januar 2026; neun Studien kamen seit der vorherigen Aktualisierung hinzu. Die Qualität der Studien war allerdings sehr heterogen, betonen die Autoren. 

Mehr erfolgreiche Rauchstopps als mit Pflastern und Kaugummis

Die Auswertung der Studien mit hoher Evidenz (insgesamt zwölf Studien) ergab:

  • Mit nikotinhaltigen E-Zigaretten schafften es mehr Menschen dauerhaft mit dem Rauchen aufhören als mit einer Nikotinersatztherapie (NRT). Pro 100 Personen waren es etwa vier zusätzliche erfolgreiche Rauchstopps (RR 1,61; 95%-KI 1,23–2,12).
  • Nikotinhaltige E-Zigaretten waren auch gegenüber nikotinfreien E-Zigaretten erfolgreicher. Die Wahrscheinlichkeit eines Rauchstopps war wahrscheinlich um rund ein Drittel höher (RR 1,34; 95%-KI 1,05–1,69). Absolut bedeutete dies etwa zwei zusätzliche Rauchstopps pro 100 Personen.

Dr. Jamie Hartmann-Boyce von der University of Massachusetts Amherst, Seniorautor des Reviews, betont in einer Pressemitteilung der Cochrane-Gesellschaft: „Wir haben sehr starke Evidenz dafür, dass regulierte nikotinhaltige E-Zigaretten wesentlich weniger schädlich sind als das Rauchen. Aufgrund der Konsistenz der hier vorliegenden Ergebnisse ist klar, dass sie eine bewährte und praktikable Option für Menschen darstellen, die mit dem herkömmlichen Rauchen aufhören möchten.“ Die neun neuen Studien hätten an den wesentlichen Schlussfolgerungen nichts geändert.

Keine Hinweise auf mehr schwere Schäden 

Insgesamt war die Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse in allen untersuchten Gruppen niedrig. Für den Vergleich mit Nikotinersatztherapien gibt es inzwischen Evidenz moderater Sicherheit dafür, dass schwere unerwünschte Ereignisse ähnlich häufig auftreten. Auch zwischen nikotihaltigen und nikotinfreien E-Zigaretten zeigte sich kein Hinweis auf einen Unterschied bei den unerwünschten Ereignissen. Beim Vergleich mit verhaltensbezogener Unterstützung oder keiner Unterstützung ist die Datenlage dagegen unsicherer.

Die Autoren betonen, dass die Analyse keine Hinweise auf schwerwiegende kurzfristige Schäden durch nikotinhaltige E-Zigaretten ergab. Daraus lasse sich jedoch keine Aussage über die langfristige Sicherheit ableiten. Dafür seien größere und länger laufende Studien erforderlich.

E-Zigaretten sind nicht risikofrei

Die Ergebnisse beziehen sich ausdrücklich auf regulierte, nikotinhaltige E-Zigaretten. Nicht zugelassene Produkte oder Geräte, die andere Substanzen wie THC enthalten, können andere Risiken bergen. Hartmann-Boyce warnt: „Nicht zugelassene E-Zigaretten sind potenziell gefährlich, unter anderem aufgrund instabiler Batterien und schädlicher Chemikalien.“ Wer E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung einsetzen wolle, solle daher ausschließlich Produkte verwenden, die von der zuständigen nationalen Behörde geprüft und zugelassen wurden.

Auch Gesundheitsorganisationen wie die WHO warnen vor möglichen gesundheitlichen Risiken, betont die Cochrane-Gesellschaft in ihrer Mitteilung. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen bestehe die Sorge, dass der E-Zigarettenkonsum eine Nikotinabhängigkeit fördern und den späteren Konsum von Tabakprodukten eher begünstigen könnte.

Nur eine Übergangslösung

Hartmann-Boyce versteht den Umstieg auf E-Zigaretten vor allem als möglichen Zwischenschritt auf dem Weg zum vollständigen Nikotinverzicht. Für Menschen, die bereits über Zigaretten nikotinabhängig sind und mit anderen Entwöhnungshilfen keinen Erfolg hatten, könne eine weniger schädliche Alternative wie eine E-Zigarette sinnvoll sein. Dennoch seien E-Zigaretten nicht zwangsläufig die beste Option für jeden Menschen, der mit dem Rauchen aufhören möchte. Eine Beratung durch ärztliche oder spezialisierte Rauchstopp-Angebote könne bei der Auswahl der geeigneten Methode helfen.

Das Review wird aktualisiert, sobald relevante neue Erkenntnisse vorliegen, versichern die Autoren abschließend. 

 

Originalpublikation:
Lindson N, Livingstone-Banks J, Butler AR, McRobbie H, Bullen CR, Hajek P, Wu AD, Begh R, Theodoulou A, Ma C, Notley C, Rigotti NA, Turner T, Fanshawe T, Hartmann-Boyce J. Electronic cigarettes for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 8. Art. No.: CD010216. DOI: 10.1002/14651858.CD010216.pub11. Accessed 26 August 2026.

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