„Versorgen statt Sparen“

SpiFa startet Kampagne gegen geplante GKV-Kürzungen

Mit der Kampagne „Versorgen statt Sparen“ macht der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) auf die drohenden Folgen der geplanten Einsparungen in der gesetzlichen Krankenversicherung aufmerksam. Die Materialien und Informationen sind seit Montag online verfügbar. Der Verband ruft Facharztpraxen auf, sich an der Kampagne zu beteiligen und ihre Patienten über mögliche Auswirkungen auf die ambulante Versorgung zu informieren.

©SpiFa Eines der Plakatmotive der Kampagne „Versorgen statt Sparen“.

Hintergrund sind die für 2027 vorgesehenen Änderungen bei der Finanzierung ambulanter fachärztlicher Leistungen durch das GKV-Spargesetz. So falle die zusätzliche Finanzierung für vermittelte Facharzttermine und offene Sprechstunden weg - und nahezu alle fachärztlichen Leistungen würden damit wieder einer finanziellen Begrenzung unterliegen, warnt der Facharzt-Dachverband.

Der SpiFa befürchtet, dass die Kürzungen angesichts steigender Personal-, Material- und Betriebskosten den wirtschaftlichen Druck auf die Facharztpraxen weiter erhöhen. Die Folge könnten reduzierte Sprechstunden, weniger Behandlungskapazitäten und längere Wartezeiten für gesetzlich Versicherte sein.

Mit der Kampagne will der Verband insbesondere Patienten darüber aufklären, welche Auswirkungen die geplanten Änderungen auf ihre fachärztliche Versorgung haben könnten. Zugleich erinnert der SpiFa an die Ziele des Terminservice- und Versorgungsgesetzes von 2019, mit dem zusätzliche Sprechstunden und schnellere Facharzttermine durch eine entsprechende Vergütung gefördert werden sollten.

Praxen können sich an Kampagne beteiligen

Für die Beteiligung der Facharztpraxen hat der SpiFa insgesamt 18 Kampagnenmotive entwickelt. Sie tragen Botschaften wie „Ihr Facharzt ist nicht selbstverständlich“, „Wer bei Fachärzten spart, spart an Ihrer Versorgung“ oder „Sie brauchen einen Facharzt. Nicht irgendwann“.

Über einen eigens eingerichteten Kampagnenshop können Fachärztinnen und Fachärzte A1-Plakate, sechsseitige Patientenflyer und Starterpakete bestellen. Auf Wunsch lassen sich die Materialien mit dem Logo des jeweiligen SpiFa-Mitgliedsverbandes versehen.

Weitere Informationen zur Kampagne sowie die Materialien für Facharztpraxen sind unter www.versorgen-statt-sparen.de abrufbar.

 

©SpiFa Heinrich: "Wir brauchen eine Gesundheitspolitik, die vorhandene Behandlungskapazitäten erhält und neue ermöglicht."

Der SpiFa-Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Heinrich warnte am Montag in Berlin anlässlich des Starts der Kampagne noch einmal vor den politischen Sparplänen: „Eine solche Entwicklung führt in den Versorgungskollaps. Keine fachärztliche Praxis kann auf Dauer immer unwirtschaftlicher arbeiten. Darüber klären wir Patientinnen und Patienten nun auf. Sie verdienen es, zu wissen, was diese Sparpolitik ganz konkret für ihre Versorgung ab nächstem Jahr bedeutet. Ein Facharzttermin besteht nicht nur aus einigen Minuten ärztlicher Zeit. Wir Fachärztinnen und Fachärzte müssen Räumlichkeiten für unsere Praxis finanzieren, sind auf qualifiziertes Personal für die Organisation und Betreuung wie auch moderne Geräte und hochwertiges Material für die Versorgung der Patientinnen und Patienten angewiesen. Die Kosten dafür steigen und steigen. Wenn Politik jetzt den Rotstift bei der fachärztlichen Versorgung ansetzt, darf sich keiner wundern, wenn Versorgungskapazitäten wegbrechen.“

Eine stabile Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung sei ein legitimes politisches Ziel. Aber stabile Beiträge und gute Versorgung dürften kein Gegensatz sein. "Wir brauchen eine Gesundheitspolitik, die vorhandene Behandlungskapazitäten erhält und neue ermöglicht. Deshalb heißt unsere Kampagne: Versorgen statt Sparen.“

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