Akuter Husten bei Kindern

Honig ähnlich wirksam wie Hustenmittel

Husten hält viele Kinder nachts wach – und kann auch für die Eltern belastend sein. Häufig kommen dann Hustenmittel zum Einsatz. Eine aktuelle Metaanalyse vergleicht ihre Wirkung mit einer einfachen Alternative: Honig.

©Davizro Photography/stock.adobe.com Honig gehört zu den bekanntesten Hausmitteln bei akutem Husten und kommt bei Kindern ab einem Jahr infrage (Symbolbild).

Akuter Husten bei Kindern tritt meist im Rahmen selbstlimitierender Infektionen der Atemwege auf. Vor allem nächtlicher Husten kann die Kinder und ihre Familien erheblich belasten. Ein bekanntes Hausmittel gegen Husten ist Honig. Wie er im direkten Vergleich mit verschiedenen Hustenmitteln abschneidet, untersuchte nun eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse. Veröffentlicht wurde die Analyse im European Journal of Pediatrics.

Sechs Studien mit 576 Kindern ausgewertet

Dafür suchten die Forschenden nach randomisierten Studien, in denen Kinder über einem Jahr mit akutem Husten entweder Honig oder ein Hustenmittel erhalten hatten. Sie identifizierten sieben geeignete Studien, von denen sechs mit insgesamt 576 Kindern in die Metaanalyse eingingen. Das mittlere Alter lag je nach Studie zwischen drei und fünf Jahren. 305 Kinder hatten Honig erhalten.

Als Vergleich dienten Dextromethorphan, Diphenhydramin, Levodropropizin oder Salbutamol und die Nachbeobachtung war auf höchstens drei Tage begrenzt. Erfasst wurden unter anderem Häufigkeit und Stärke des Hustens, die subjektive Belastung durch den Husten sowie dessen Auswirkungen auf den Schlaf der Kinder und ihrer Betreuungspersonen. Die Angaben beruhten auf Einschätzungen der Eltern beziehungsweise Betreuungspersonen.

Medikamente waren Honig nicht überlegen

In der primären Analyse zeigte sich bei den meisten untersuchten Endpunkten kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Honig und den medikamentösen Vergleichsbehandlungen. Dies galt für Hustenhäufigkeit, Hustenstärke und die Belastung durch den Husten ebenso wie für den Schlaf der Betreuungspersonen und einen zusammengefassten Symptomwert.

Ein Unterschied zeigte sich lediglich beim Schlaf der Kinder: Bei den Kindern, die Honig erhalten hatten, war dieser etwas weniger stark durch den Husten beeinträchtigt als bei den medikamentös behandelten Kindern. Allerdings unterschieden sich die Ergebnisse der einzelnen Studien bei mehreren Endpunkten deutlich voneinander.

Bei der Betrachtung einzelner Wirkstoffe zeigte sich ebenfalls kein einheitliches Bild. Im direkten Vergleich mit Dextromethorphan schnitt Honig bei der Hustenhäufigkeit und hinsichtlich des Schlafs der Betreuungspersonen besser ab. Für die übrigen untersuchten Medikamente ergaben sich keine eindeutigen Unterschiede.

Zusätzliche Analyse deutet auf möglichen Vorteil hin

Wegen der erheblichen Unterschiede zwischen den Studien führten die Autoren zusätzlich nachträgliche Sensitivitätsanalysen durch. Nach dem Ausschluss einer Studie, die wesentlich zur Heterogenität beitrug, zeigte sich bei nahezu allen untersuchten Endpunkten ein statistischer Vorteil zugunsten von Honig.

Dazu gehörten Hustenhäufigkeit und -stärke, die Belastung durch den Husten sowie der Schlaf von Kindern und Betreuungspersonen. Die Autoren betonen jedoch, dass sich aus dieser nachträglichen Analyse keine gesicherte Überlegenheit von Honig ableiten lässt.

Aussagekraft der Evidenz bleibt gering

Die Aussagekraft der Metaanalyse wird durch mehrere Faktoren eingeschränkt. Die eingeschlossenen Studien verwendeten unterschiedliche Honigsorten, Dosierungen und Vergleichsmedikamente. Zudem basierten sämtliche Endpunkte auf subjektiven Einschätzungen, während objektive Messungen der Hustenhäufigkeit fehlten. Aufgrund von Geschmack und Aussehen der Präparate war eine Verblindung häufig nicht möglich. Insgesamt stuften die Autoren die Sicherheit der Evidenz für sämtliche untersuchten Endpunkte als sehr niedrig ein.

Aus ihrer Sicht liefern die Ergebnisse dennoch keinen Hinweis darauf, dass die untersuchten medikamentösen Behandlungen Honig bei akutem Kinderhusten überlegen sind. Allerdings darf Honig aufgrund des Risikos eines Säuglingsbotulismus nicht bei Kindern unter einem Jahr eingesetzt werden.
 

Originalpublikation: Brun MT et al. Honey vs. pharmacological treatment for acute cough in children: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. European Journal of Pediatrics. 2026. DOI: 10.1007/s00431-026-07348-w

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