Mentos und Limo: keine gute Kombination für ein Kind
Die Kombination aus Minzbonbons (Mentos) und kohlensäurehaltiger Limonade kann bekanntermaßen zu heftiger Sprudelbildung führen. Zahlreiche Videos von hochschäumenden Flüssigkeiten existieren in den Weiten des Internets. Im Magen eines dreijährigen Jungen vertrug sich die kulinarische Zusammenstellung auch nicht sonderlich gut.
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Ein lustiges Experiment – außerhalb des Körpers. Die Kombination von speziellen Minzbonbons mit Limodade im Körper kann womöglich Folgen haben (Symbolbild).
Vier Rollen Mentos® (insgesamt 56 Stück) und zwei Liter Zitronenlimonade (Sprite®) – so viel hatte der kleine Junge innerhalb von zwei Tagen zu sich genommen, als er von seinen Eltern in eine Klinik in den USA gebracht wird. Er klagt über zunehmende Bauchschmerzen und verweigert feste Nahrung. Fieber oder Veränderungen der Stuhlgewohnheiten treten nicht auf, berichten die Autoren des Fall in der Fachzeitschrift Frontiers in Pediatrics.
Zunächst Verdacht auf einen Bezoar
Bei der körperlichen Untersuchung ist der Bauch druckschmerzhaft und bei der Auskultation tympanisch, sodass ein Röntgenbild des Abdomens durchgeführt wird. Dieses zeigt eine amorphe Weichteilverschattung im Bereich des Magens. Daraufhin wird der Junge mit Verdacht auf einen Bezoar stationär aufgenommen. Eine anschließende obere gastrointestinale Kontrastmitteluntersuchung bleibt jedoch unauffällig. Im CT hingegen zeigt sich ein Ileus mit verbliebenem Mageninhalt.
Magenspiegelung zeigt Schleimhauterosionen
Sechs Tage nach Symptombeginn erfolgen eine Ösophagogastroduodenoskopie und eine Koloskopie. Während die Koloskopie keinen pathologischen Befund ergibt, zeigen sich im Antrum des Magens multiple Schleimhauterosionen. Histologisch finden sich eine foveoläre Hyperplasie und Gefäßstauungen in der Lamina propria bei nur geringer Entzündung. Hinweise auf Helicobacter pylori, virale Einschlüsse oder eosinophile Infiltrate fehlen.
Der Junge erhält eine säurehemmende Therapie mit Ranitidin und bereits am folgenden Tag kann er wieder Flüssigkeiten und weiche Kost ohne Erbrechen zu sich zu nehmen.
Bei einer Kontrolle nach einem Monat ist er vollständig beschwerdefrei.
Eine Kombination mit ätzender Wirkung?
Die Autoren bringen die Beschwerden mit der Kombination aus Mentos und kohlensäurehaltiger Limonade in Verbindung. Die Bonbons besitzen zahlreiche kleine Hohlräume an ihrer Oberfläche, wodurch sich die für die Reaktion verfügbare Oberfläche vergrößert. In Kombination mit dem kohlensäurehaltigen Getränk können rasch große Mengen an Kohlendioxid freigesetzt werden. Welcher Mechanismus tatsächlich zur Schleimhautschädigung beigetragen hatte, ließ sich jedoch nicht feststellen.
Andere Ursachen für die Magenschleimhautschäden wurden weitgehend ausgeschlossen. Eine versehentliche Aufnahme ätzender Substanzen wurde zunächst ebenfalls erwogen, erschien aufgrund der klinischen Untersuchung und fehlender typischer Symptome jedoch weniger wahrscheinlich. Auch Hinweise auf eine NSAR-Einnahme, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, eine eosinophile oder virale Gastritis sowie eine Helicobacter-pylori-Infektion ergaben sich nicht. Ein Multiplex-PCR-Test auf enterale Erreger blieb ebenfalls negativ.
Dieser Fall verdeutliche, wie wichtig eine sorgfältige Anamnese hinsichtlich der Ernährung und der Exposition bei Kindern mit ungeklärten Verletzungen der Magen-Darm-Schleimhaut sei, lautet das abschließende Fazit der Autoren.
Originalpublikation:
Petty M and Gremse DA (2026) Case Report: Chemical gastropathy associated with Scotch mint candy ingestion. Front. Pediatr. 14:1969803. doi: 10.3389/fped.2026.1969803